Untergruppenbach. Vertriebsvorstand Bernd Eckl führt den Anstieg auf vier Punkte zurück: Im vierten Quartal wurden im Produktmix mehr Getriebe mit hoher Marge verkauft als erwartet, zudem profitierte der Zulieferer von Wechselkurseffekten. Weitere positive Entwicklungen: Der Verwaltungsaufwand, „den wir im dritten Quartal noch für das Ende des Jahres vorgesehen hatten, fiel deutlich niedriger aus, und unser Investitionsplan wurde nicht komplett ausgeschöpft, sondern wir haben einige Investitionen auf 2014 verschoben“, sagte Eckl der Automobilwoche. Der Zulieferer hat im vergangenen Jahr den Umsatz mit 13.250 Mitarbeitern um sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gesteigert. Rund die Hälfte davon entfällt auf den Kunden Ford, mit dem das Unternehmen ein Joint Venture unterhält, das allein etwa 35 Prozent zum Umsatz der Gruppe beiträgt. Bei Getrieben erreichte der Zulieferer mit 3,89 Millionen Einheiten einen Bestwert. Die Produktlinie der Doppelkupplungsgetriebe (DKG) übertraf 2013 erstmals die Millionenmarke. „Das ist ein gutes Ergebnis, speziell im Hinblick auf die schwache Marktsituation in Europa 2013. Wir haben weiter in neue Kapazitäten und in die nächste Generation unserer Produkte investiert, die 2015 auf den Markt kommen wird“, erklärt Getrag-Chef Mihir Kotecha. Im vergangenen Jahr hatte der Zulieferer 158 Millionen Euro in Produktionskapazitäten und Ressourcen in China, Mexiko und Europa investiert, um eine neue Generation von DKGs und Hybridapplikationen zu entwickeln. Dabei entstanden rund 200 neue Stellen in der Produktentwicklung Laut Kotecha treiben Getrags Investitionen in ein breites Produktportfolio von Handschaltern und DKGs das globale Wachstum weiter voran. Der Zulieferer rechnet langfristig mit einer Verlagerung der Nachfrage Richtung Automatikgetriebe: „Innerhalb des Segments wächst die DKG-Technologie am schnellsten. Wir werden mehr und mehr zu einem DKG-Unternehmen, welches bereits jetzt das breiteste DKGPortfolio weltweit anbietet.“ Dabei ist Asien laut Eckl „Hauptwachstumstreiber für Doppelkupplungen. Aber wir sehen auch in Europa einen sehr stark wachsenden Markt für uns in diesem Segment.“ In China sind unter anderem Dongfeng und Qoros Getrag-Kunden. „Aber es gibt mittlerweile viele andere Kunden in Asien, die sich für uns entschieden haben und in größerem Umfang Doppelkupplungsgetriebe von uns einsetzen werden“, erklärt Eckl. Für das laufende Jahr rechnet Unternehmenschef Kotecha mit 3,5 Milliarden Euro Umsatz und 4,2 Millionen gefertigten Getrieben. Weltweit sollen rund 800 neue Stellen entstehen.
Zulieferer baut erstmals mehr als eine Million Doppelkupplungsgetriebe
Getrag mit Produktionsrekord
Für den Getriebebauer Getrag ist das vergangene Jahr besser gelaufen als noch im Dezember erwartet. Damals hatte der Zulieferer beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Rückgang um rund 18 Millionen Euro auf etwa 183 Millionen prognostiziert. Nun liegt das EBIT mit 206 Millionen Euro sogar knapp über dem Vorjahresniveau.