Aachen. Nur auf den ersten Blick scheinen soziale Medien in der Logistik angekommen zu sein, denn rund 68 Prozent der Befragten setzen sie bereits ein. Wie die Analyse aber zeigt, beschränken sich die Einsatzfelder bislang auf eher unterstützende Maßnahmen in Vertrieb, Marketing oder Öffentlichkeitsarbeit sowie als Instrument für ein verbessertes Kundenbeziehungsmanagement oder zur Mitarbeiterrekrutierung. Auf diese Bereiche spezialisierte Kanäle bilden daher auch die Top Drei der am häufigsten verwendeten Social-Media-Tools. 50 Prozent haben Facebook im Einsatz, 43 Prozent sind auf der Business-Plattform Xing aktiv, YouTube nutzen 28 Prozent. Bei logistischen Prozessen wie dem Supply-Chain-Management setzen hingegen nur 34 Prozent auf Social Media, bei der Distribution lediglich 23 Prozent. Entsprechend sieht mit 51 Prozent etwa die Hälfte der Befragten noch Handlungsbedarf für den Einsatz von sozialen Medien in ihren Unternehmen. Beim Getriebebauer ZF Friedrichshafen beispielsweise werden soziale Medien nicht systematisch in der Logistik eingesetzt. Das gilt auch für den Licht- und Elektronikspezialisten Hella. Auch hier werden soziale Medien „noch nicht in nennenswerter Weise“ berücksichtigt. „Aktuell nutzen wir die Möglichkeiten aber primär, um Produktneuheiten und Personalthemen gezielt zu adressieren“, so die Lippstädter. Das größte Potenzial für den Einsatz von Social Media in den nächsten drei Jahren erwarten die Teilnehmer hingegen in der Handelslogistik (24 Prozent), im Bereich von Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen (23 Prozent) sowie in der Kontaktlogistik (16 Prozent). Bei der Frage nach dem optimalen Social-Media-Tool für die Logistik zeichnet sich ein Bedarf nach einer Plattform ab, die den Austausch von Informationen über logistische Aufgaben und Prozesse intern wie extern ermöglicht.
"Social Media in der Logistik"
Facebook & Co. kaum genutzt
Für logistische Prozesse, beispielsweise im Handel oder in der Zulieferindustrie, bleibt das Potenzial sozialer Netzwerke noch weitgehend ungenutzt. Mangelnde Vertrautheit mit der Thematik (33 Prozent) und Sicherheitsbedenken (25 Prozent) sind die größten Hemmnisse beim Nutzen sozialer Netzwerke in logistischen Kernprozessen. So das Ergebnis einer Online-Umfrage mit dem Titel „Social Media in der Logistik – Chancen, Risiken, Potenziale“ des Aachener Softwareanbieters Inform. An der Umfrage hatten sich 102 Branchenvertreter aus dem Logistikbereich deutscher Unternehmen beteiligt, auch aus der Automobilindustrie.