Paris. Nach rekordverdächtigen zwölf Jahren besinnt sich Renault nun aber doch wieder auf seine Innovationskraft und bringt im kommenden Jahr die fünfte Generation des Raumkreuzers auf den Markt. Allerdings zielt der neue Espace nicht mehr auf kinderreiche Familien, sondern auf designorientierte Privatkunden und Dienstwagenfahrer. Der Espace ist daher eine französische Kampfansage an den ebenfalls neuen Ford S-Max. Wegen der veränderten Zielgruppe ist der neue Espace Lichtjahre entfernt vom kastenförmigen, aber auch höchst variablen ersten Modell aus dem Jahr 1984, das noch von Matra gebaut wurde. Bei der 4,85 Meter langen Neuheit spricht Renault von einem „modernen und vielseitigen Crossover“. Unverkennbar ist dabei die gestalterische Hand von Designchef Laurens van den Acker, der den Espace als großen Bruder des Captur zeichnete. Die Hauptaufgabe des Espace besteht darin, Renault endlich wieder den Anschluss an die Oberklasse zu ermöglichen. Hier erlitten die Franzosen in den vergangenen Jahren schmerzhafte Niederlagen: Der Vel Satis wurde 2009 eingestellt, und auch dessen Nachfolger war kein Erfolg beschieden – seit Ende 2012 wird der Latitude in Deutschland nicht mehr angeboten. Oberklasse-Gefühle sollen im Espace nun edle Materialien und opulente Technik wecken. So bietet Renault im Espace erstmals sein „Multi-Sense“-System an, über das fünf verschiedene Fahrmodi gewählt werden können. Auch beim neuen Espace sind wieder sieben Sitze möglich, die letzte Sitzreihe lässt sich dabei im Wagenboden versenken. Eine verlängerte Version wie bei der vierten Generation (Grand Espace) entfällt jedoch. Als Motor kommt in dem Flaggschiff unter anderem der neue 1,6-Liter-Biturbo-Diesel mit 170 PS zum Einsatz. Er löst den Zweiliter- Diesel ab. Optional wird es auch ein Doppelkupplungsgetriebe geben. Preise wurden noch nicht genannt.
Renault Espace
Per Raumkreuzer in die Oberklasse zurück
Während der Wirtschafts- und Finanzkrise hatte Renault die schon damals überfällige Renovierung des Espace auf Eis gelegt. Die Verkaufszahlen in dem Segment sind seitdem stark rückläufig: Vom aktuellen Espace wurden 2013 in Deutschland gerade noch 1299 Einheiten verkauft, 2007 waren es immerhin 5114 gewesen.