Osnabrück. Begründet werde die Schließung vom Management „mit einer massiven Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage“. Soldanski ist aber davon überzeugt, dass der Standort wieder rentabel gemacht werden könnte. Er befürchtet nun eine Verlagerung der beiden Produktionslinien – Sitze für das VW Golf Cabriolet und Sitzgestelle für den VW T5 Multivan – in ein Niedriglohnland. Die IG Metall fordert die Geschäftsführung auf, eine „Wirtschaftlichkeitsberechnung“ vorzulegen. Ende des Monats wollen sich Gewerkschaft, Betriebsrat und Geschäftsführung wieder an einen Tisch setzen. Danach will sich die Arbeitnehmervertretung über das weitere Vorgehen verständigen. Soldanski ist insbesondere vom Vorgehen der Geschäftsführung im Vorfeld enttäuscht. Die Ankündigung über die Schließung erfolgte, ohne Betriebsrat und IG Metall vorher kontaktiert zu haben. Nach dem Brand im Lear-Werk in Quakenbrück im September 2011 war die Produktion nach Osnabrück verlagert worden. Im Sommer 2012 wurde der Betrieb wieder aufgenommen.
"Massive Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage"
Lear will Werk in Osnabrück schließen
Schon nach den Werksferien im Sommer soll die Produktion im Osnabrücker Werk des US-Zulieferers Lear eingestellt werden. Das sagte Stephan Soldanski von der IG Metall Osnabrück der Automobilwoche nach einer Sitzung mit der Geschäftsführung. 170 Arbeitsplätze am niedersächsischen Standort seien davon betroffen.