Wuppertal. Im Entwicklungszentrum in Wuppertal entwickelt und testet Delphi alle Kabel- und Steckersysteme, auch der Bau von Kleinserien ist dort möglich. „Bei der Fertigung von Hochvolt-Steckverbindungen sind völlig andere Herstellungsverfahren notwendig, als man es aus dem Niedervolt-Bereich kennt“, sagt Edmund Erich, Leiter des Bereichs E-Mobility bei Delphi in Europa. „Im Hochvolt- Bereich muss jede einzelne Leitung zu 100 Prozent sitzen, es ist nichts reparierbar und selbst kleinste Ungenauigkeiten führen zu Ausschuss. Da ist dann schnell ein Schaden von 100 Euro und mehr pro Kabel möglich." Bei Delphi wird jede einzelne Hochvolt-Komponente gelabelt, um eine Rückverfolgbarkeit der Teile zu ermöglichen. Jedes einzelne Kabel durchläuft einen umfangreichen Test, bevor es ausgeliefert wird.
Weniger Handarbeit
Um die nicht unbeträchtlichen Kosten der Kabel zu senken, wäre eine weitgehend automatisierte Fertigung nötig, doch die lässt noch auf sich warten. „Wir werden zwar eine zunehmende Automatisierung sehen, aber das ist ein evolutionärer Prozess“, sagt Erich. „Letztlich hängt das Tempo der Automatisierung von künftigen Standardisierungen der Hochvolt-Komponenten ab.“
Die größeren Serien fertigt Delphi in seinem türkischen Werk Izmir. Dort wurde jüngst ein eigener Stab aufgebaut, um die Fertigung mit zum Teil selbst entwickelten Werkzeugen aufzubauen und um die zuverlässigsten Mitarbeiter auszusuchen und fortzubilden.
Bislang werden Hochvolt- Leitungen auch im Werk Izmir noch weitgehend von Hand und Stück für Stück einzeln montiert. Die Kabelbäume werden dreidimensional mit allen notwendigen Drehungen und Ecken aufgebaut und müssen in der Länge einer Toleranz von 0,5 Millimetern genügen.
Bei Delphi ist man skeptisch, ob die besonderen Anforderungen der Autobauer an Hochvolt- Stromverbindungen auch von klassischen Haustechnik-Anbietern erfüllt werden können, die inzwischen auf den Markt drängen. „Da wird sich mancher Autobauer noch wundern, der Kabel von einem No-Name-Lieferanten verbaut“, glaubt zumindest Daniel Rutkowski, Systemingenieur bei Delphi für Hochvolt-Architekturen.