Obwohl die eigenen Designabteilungen oft mehrere Hundert hoch qualifizierte Mitarbeiter umfassen, werden frische Ideen bei externen Designern gesucht. Dabei schien es vor ein paar Jahren noch so, als würde der Trend zu einem einheitlichen Markengesicht die Pininfarinas und Giugiaros dieser Welt überflüssig machen.
"Die Zusammenarbeit mit externen Designern ermöglicht es uns, das Thema Automobil komplett anders zu betrachten als bei einer reinen Innensicht", sagt dazu Serge Mouangue, bei Renault verantwortlich für die Markenstrategie. "Externe Designer kennen sich mit sehr unterschiedlichen Gebrauchsgegenständen aus. Von daher gehen sie mit der Wahl von Materialien, Texturen, Farben, Licht, Akustik und Ergonomie häufig anders um." Mouangue will auf den Beitrag dieser häufig branchenfremden Designer nicht mehr verzichten: "Ihre Projekte tragen dazu bei, dass wir besser verstehen, welche Erwartungen unsere Kunden kurz- und langfristig an den Innenraum eines Autos haben werden."
Ein unter Designern noch heute diskutiertes Projekt ist die "Dekonstruktion" eines Mini durch das niederländische Designerduo Scholten & Baijings. BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk hatte im Jahr 2012 Stefan Scholten und Carole Baijings bei der Neuinterpretation eines Mini One freie Hand gegeben – um frische Ideen zu generieren. So entstanden zum Beispiel transparente Reifen aus Gießharz oder ein matter Porzellan-Lack.
Toyota wiederum übergab dem französischen Designer und Architekten Jean-Marie Massaud ein bewusst offenes Pflichtenheft, um der Kreativität freien Lauf zu lassen. Heraus kam dabei das Konzeptauto ME-WE. Der japanische Kleinwagen kann ruck, zuck zum Cabrio oder Pick-up umgebaut werden und nutzt in vielen Bereichen Bambus als Baumaterial.