Detroit. Der US-Bundesstaat Michigan ist zwar immer noch das Herz der US-Automobilindustrie. Doch der Niedergang der Autometropole Detroit und die Existenzkrise der "Big Three" haben das Image des Bundesstaats in Europa und Deutschland nachhaltig verschlechtert. Gouverneur Rick Snyder will das ändern und begründet im Interview mit der Automobilwoche, warum der Automobilstandort Michigan mittlerweile wieder im Fokus von Investoren steht und eine neue Chance verdient.
Herr Snyder, Sie haben vor Kurzem eine Investorentour in Deutschland veranstaltet. Spüren Sie noch eine Zurückhaltung der Geldgeber oder ist die Auto- und Finanzkrise für Michigan ein abgeschlossenes Kapitel?
Meine Gesprächspartner in Deutschland wissen, dass Michigan keine dem Untergang geweihte Industriebrache ist, sondern ein sehr lebendiger Bundesstaat, in dem es jede Menge spannende Entwicklungen gibt. Wir waren jetzt drei Jahre in Folge unter den Top-sieben-US-Bundesstaaten, die die meisten neuen Industrieansiedlungen verzeichnet haben. Deshalb sind unsere Bemühungen um Investoren in jüngster Zeit ja auch wieder erfolgreich gewesen.
Welche Unternehmen aus der Automobilbranche haben denn in jüngerer Zeit bei Ihnen investiert?
Die kann ich gar nicht alle aufzählen. Sie finden darunter Top-Unternehmen wie Brose, Continental, Eberspächer, Mahle, Bosch und ZF. Insgesamt haben mehr als 350 deutsche Unternehmen Standorte in unserem Bundesstaat. Ich kann Ihnen versichern, dass alle Automobilzulieferer zusammen in den vergangenen fünf Jahren mehr als fünf Milliarden Dollar bei uns investiert haben. Und das haben sie nicht getan, um mir einen Gefallen zu tun.