München. Die Zulieferer fertigen verstärkt auch in Mexiko, um ihre Kunden vor Ort bedienen zu können. Doch wie ist es um die Qualität der Fachkräfte vor Ort bestellt? Gibt es überhaupt geeignete Arbeitskräfte in ausreichender Zahl?
"In Mexiko finden wir grundsätzlich ein hohes Qualifikationsniveau der Mitarbeiter vor", erklärt Stefan Krug, Produktionsleiter Nordamerika beim Zulieferer Brose. Allerdings zeigten sich in einzelnen Berufsgruppen, vor allem bei technischen Spezialisten, "durchaus Engpässe bei der Verfügbarkeit qualifizierten Personals". Die massive Ansiedlung neuer Firmen in Mexiko verknappe das Angebot, "was zu einem War for Talents führt", so Krug.
Um der angespannten Lage zu begegnen, bilden die Franken in ihren Werken in Europa, den USA und Mexiko neue Mitarbeiter aus. "Wir entwickeln verschiedene Modelle zur gezielten Ausbildung von Nachwuchskräften, insbesondere im Facharbeiterbereich", erklärt Krug. Zudem werde der Anlauf der neuen Werke durch erfahrene Mitarbeiter aus bestehenden Standorten unterstützt.
Auch der Zulieferer ZF spürt, dass es "einen Wettbewerb um die besten Kräfte gibt". Zwar sei es kein Problem, Arbeiter für einfachere Montagetätigkeiten zu finden. Doch wenn Beschäftigte mit speziellen Kenntnissen gebraucht werden, bedürfe es gesonderter Qualifizierungsmaßnahmen.