München. Nie mehr den Luftdruck prüfen und bedenkenlos über spitze Gegenstände fahren: Reifenhersteller wie das südkoreanische Unternehmen Hankook und der Michelin-Konzern arbeiten an Reifentypen, die so etwas ermöglichen sollen. Denn sie kommen ohne Druckluft aus.
Doch bislang sind die Entwicklungen für Pkw-Reifen noch nicht über das Prototypenstadium hinausgekommen. Ein Grund dafür ist, dass die Querbelastungen bei höheren Geschwindigkeiten die Zukunftsreifen an ihre Grenzen bringen. Bei Michelin wird daher weiter getestet, um höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen.
Mit dem Hankook-Reifen "iFlex", den die Südkoreaner in der Entwicklung haben, lassen sich Slalomfahrten bis etwa 130 km/h erfolgreich bewältigen. Auch Michelin erreicht mit seinem "Tweel" in etwa dieses Niveau. Bei den Franzosen kommen luftlose Reifen bislang bei diversen Spezialanwendungen zum Einsatz – beispielsweise bei Aufsitz-Rasenmähern oder Schaufelladern.
Statt gepresster Luft sorgen bei den Reifen dünne formbare Speichen für die Federung. Michelin hat für die neue Reifentechnologie Ende 2014 sogar eigens ein Werk in Piedmont (South Carolina) eröffnet.