Bochum. Die Autohersteller verfolgen beim autonomen Fahren unterschiedliche Strategien: Während viele Volumenhersteller die elektronischen Helfer schnellstmöglich zu einem Standard machen wollen, sehen Premiumhersteller noch die Chance, sie vorerst nur als Option anzubieten.
"Überfüllte Metropolen, steigende Emissionen, nicht mehr hinnehmbare Verkehrsopfer – der Druck auf die Autohersteller in puncto autonomes Fahren und elektrischer Antrieb nimmt zu", sagte Richard Candler, bei Nissan Europe für "Advanced Product Planning" zuständig, der Automobilwoche. "Für Nissan ist deshalb völlig klar, dass in 20 Jahren die Mehrheit aller neuen Fahrzeuge autonom fahren wird." Nissan werde 2020 ein voll autonom fahrendes Fahrzeug vorstellen, das serienreif sei.
Daimler-Chef Dieter Zetsche packt das Thema anders an: "Wir versuchen, die Entwicklung autonomer Autos anzuführen. Autonomes Fahren soll für den Kunden aber kein Muss sein, sondern eine Option", sagte er auf dem CAR-Symposium in Bochum. Der Fahrer soll entscheiden können, ob er die Kontrolle abgibt.
Zetsche sieht im autonomen Fahren einen unaufhaltsamen Trend: "Wir stehen vor einem zweiten Maschinenzeitalter." Der Daimler-Chef war kürzlich im Silicon Valley. Seither ist im klar: Die größten Wettbewerber sitzen nicht in Ingolstadt und München, sondern in Cupertino und Mountain View.