Herzogenaurach. Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld sieht für den fränkischen Zulieferer im Bereich der Hybridtechnologie beste Perspektiven. "Wir bedienen mit unseren Technologien den gesamten automobilen Antriebsstrang – vom Verbrennungsmotor bis zum reinen elektrischen Antrieb." Der Manager verweist dabei auf Studien, wonach für das Jahr 2030 eine jährliche Fahrzeugproduktion von 120 Millionen Autos erwartet wird. Die Verbrenner werden zwar mit 55 Prozent weiterhin den größten Anteil stellen, aber 35 Prozent sollen auf Hybridfahrzeuge und zehn Prozent auf reine Elektroautos entfallen.
Derzeit entwickelt der Zulieferer vier Kundenprojekte für Hybridmodule und Komponenten. Zudem laufen Entwicklungen für vier weitere Projekte zum Thema elektrische Achsen. Die Namen der Kunden will Rosenfeld allerdings nicht nennen.
Gute Geschäfte mit Hybridtechnik erhofft sich Rosenfeld in China: "Das Land hat das Potenzial, in den nächsten Jahren zu dem großen Markt für Elektromobilität und Hybride zu werden", sagte er der Automobilwoche.
Rosenfeld erwartet zwar für Chinas Wirtschaft ein langsameres Wachstum, bleibt für das eigene Geschäft aber optimistisch, weil Schaeffler ihm zufolge stärker als der Markt zulegen wird. "Das liegt unter anderem daran, dass wir den Wertanteil pro Fahrzeug weiter erhöhen können."
Zudem soll mit günstiger Hybridtechnik der Massenmarkt erobert werden. "Die chinesische Regierung ist seit Jahren darauf fokussiert, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um die steigende Umweltbelastung zu reduzieren. Dabei spielt die Automobilindustrie eine wichtige Rolle." Und da müsse man als Zulieferer auch Technologie bieten, "die nicht nur auf Luxusautos ausgerichtet ist".