Tokio. Renault hat unter Designchef Laurens van den Acker die Wende im Design geschafft: Einst Massenhersteller ohne klares Gesicht, will sich der Autobauer mit seinen neuen Modellen jetzt ausdrucksstark und unverwechselbar zeigen. Fast die ganze Modellfamilie wurde inzwischen umgestaltet. Die Marke Renault selbst allerdings hinke beim Image dem optischen Fortschritt noch hinterher, räumte der Designchef im Gespräch mit der Automobilwoche ein.
Renaults Designwende steigert Imagewerte
"Unser Markenimage hat lange Zeit immer mehr gebröckelt, aber seit 2013/2014 steigen die Imagewerte wieder an", sagte van den Acker am Rande der Tokyo Motor Show. "Der Captur und auch der Kadjar fangen an, die Marke nach oben zu ziehen", so der Designer, der auch für Dacia, RenaultSamsung und die wiederzubelebende Marke Alpine zuständig ist.
Allerdings sei Renault bei Weitem noch nicht zufrieden: "Markenbildung ist ein sehr langfristiger Prozess. Entscheidend für eine Aufwärtsbewegung ist ein konsistentes Design." Mit dem Umbau seiner Modelle seit 2009 sei Renault auf den Straßen wieder sichtbarer geworden. "Im Zuge der voranschreitenden Globalisierung der Autobranche wird eine weltweite Konsistenz des Designs noch wichtiger."
Die meisten japanischen Autobauer hätten in dieser Hinsicht noch eine Menge aufzuholen, sagte van den Acker, der dabei durchaus auch seine Kollegen vom Allianzpartner Nissan mit einschließt. "Japanische Marken haben keine solch ausgeprägte Historie im Aufbau eines Markendesigns. Das liegt an der asiatischen Kultur, in der das Neueste immer das Beste ist und historische Anklänge keine so große Rolle spielen wie im europäischen Automobilbau."
Renault sieht van den Acker in diesem globalen Rennen um die Aufmerksamkeit der Autokäufer gut aufgestellt. "Marken müssen in Asien und nicht zuletzt auch in China stark visualisiert werden. Bei Renault haben wir das Design zu mehr Expressivität gepusht – das kommt in China gut an."
In der Renault-Nissan-Allianz strebten beide Partner nach Synergien, davon ausgenommen sei aber der Designbereich, so van den Acker: "Dort gehen wir bewusst getrennte Wege." Die neuen Plattformen seien auf eine größtmögliche Variabilität auch im Design angelegt.