München. Von Diesel-Gegnern ist der Patient bereits für klinisch tot erklärt worden. Doch er lebt, der Diesel. Das zeigt eine Umfrage der Automobilwoche unter Herstellern und Zulieferern. Trotz des Abgasskandals haben sie – Stand Ende Oktober – noch keine negativen Folgen für den Dieselmotor gespürt. Doch alle wissen: Am Ende entscheidet der Kunde.
"Aktuell sehen wir keine Anzeichen dafür, dass sich das Thema auf den Diesel-Absatz auswirkt", sagt Daimlers Entwicklungsvorstand Thomas Weber. Aber es sei zu früh für eine klare Aussage, "welche Veränderungen im Kundenverhalten die öffentliche Diskussion nach sich zieht". Weber glaubt nicht, dass die Dieseltechnologie jetzt unter Generalverdacht steht. Der Diesel bringe für den Kunden viele Vorteile wie "hohe Reichweiten und viel Fahr spaß dank des Diesel-typischen großen Drehmoments".
Das sieht auch BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich so: "Der moderne Dieselmotor ist zukunftsfähig: Er ist eine der effizientesten und saubersten Antriebsformen – wenn man die richtige Technologie hat." BMW hat den Diesel in den vergangenen Jahren immer weiter optimiert. Auch Fröhlich kann keine Diesel-Flucht wegen des Skandals ausmachen: "Wir bekommen zwar Nachfragen von Kunden, eine Änderung des Kaufverhaltens stellen wir aber nicht fest."