München.So verzeichnet etwa der Online-Marktplatz Mobile.de einen deutlichen Rückgang der Kaufinteressenten aus Russland. „Seit Beginn der Ukraine-Krise im Herbst 2013 ist die Zahl der Visits aus Russland von rund 1,7 Millionen auf 400.000 monatlich gefallen“, berichtet Mobile.de-Geschäftsführer Malte Krüger. Weiterhin gefragt seien vor allem Premiummarken, so Krüger. „BMW und Mercedes sind am beliebtesten, gefolgt von Volkswagen und Audi.“ Der innerrussische Gebrauchtwagenmarkt legt dagegen zu. „Das Gebrauchtwagengeschäft in Russland wächst in der Krise, wenn auch auf niedrigem Niveau“, sagt Jörg Schreiber, Sprecher der Automobilbranche beim westeuropäischen Unternehmerverband AEB. Der Autohandel hat davon allerdings nicht viel, denn 95 Prozent aller Gebrauchten gehen in Russland von privat zu privat. Nur in Moskau kommt der Handel auf rund ein Viertel des Gebrauchtwagenmarkts. Viele Händler hoffen derzeit, stärker in dieses Geschäft vordringen zu können, denn der Markt ist groß: Nach Angaben des russischen Informationsdiensts Autostat werden jährlich rund sechs Millionen gebrauchte Pkw in Russland veräußert.
Euro-Raum
Billiger Rubel belastet deutschen Gebraucht-Handel
Die Abwertung des russischen Rubels hat auch Auswirkungen auf das Gebrauchtwagengeschäft
in Deutschland. Weil die Fahrzeuge des Euro-Raums in Rubel gerechnet um mehr als 25 Prozent teurer geworden sind, droht Russland seine Rolle als wichtiger Absatzmarkt zumindest vorübergehend zu verlieren.