München. Damit dürfte 2015 der Volkswagen- Konzern erstmals den imageträchtigen Titel Absatzweltmeister einfahren. Im Jahr 2014 lieferte VW 10,14 Millionen Fahrzeuge aus, ein Plus von 4,2 Prozent. In Wolfsburg ist man stolz darauf, mit dem Überspringen der Zehn- Millionen-Marke deutlich früher als geplant das erste Ziel der Strategie 2018 erreicht zu haben. Kräftig voran (12,4 Prozent) ging es erneut in China, das damit wichtigster Einzelmarkt für VW bleibt. Doch auch für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger gab es Rückschläge: In Südamerika schrumpfte der Absatz um fast 20 Prozent, in der umkämpften Wachstumsregion USA um zwei Prozent. Toyota konnte im gleichen Zeitraum seinen US-Absatz um sechs Prozent steigern, Platzhirsch General Motors legte in Nordamerika trotz der Millionenrückrufe um 5,5 Prozent zu. Toyota wächst stark in Nordamerika, dem Problemmarkt von VW. Die Wolfsburger holen ihr Wachstum in China. Da der chinesische Markt aber deutlicher stärker zulegt als der amerikanische, hat VW gute Chancen, nicht nur Nummer eins zu werden, sondern auf Jahre hinaus zu bleiben. GM kostete das Rückruf-Debakel Marktanteile, weltweit legten die Amerikaner beim Absatz nur um zwei Prozent zu. Die Chance, den fast 70 Jahre lang gehaltenen Titel als weltweit größter Autobauer zurückzuholen, rückt in weite Ferne. Im Jahr 2008 hatte Toyota GM überholt.
VW
Der Machtwechsel steht bevor
Mit 10,23 Millionen Fahrzeugen hat Toyota 2014 zwar zum dritten Mal in Folge weltweit am meisten verkauft und nochmals um drei Prozent zugelegt. Für das laufende Jahr rechnen die Japaner aber nur noch mit 10,15 Millionen Verkäufen, weil der Heimatmarkt schwächelt. Geschuldet ist die Skepsis vor allem einer Mehrwertsteuererhöhung in Japan, die 2014 einen Vorzieheffekt ausgelöst hatte.