Bonn. „Für die Automobilindustrie ist die Talentkrise im Supply-Chain- Bereich ein Kartenhaus, das einzustürzen droht“, sagt Frank Vorrath, Leiter des Automotive-Geschäfts bei DHL Global Forwarding. Vor allem in den Schwellenmärkten sei das Problem virulent. Schon heute kämen auf jeden Hochschulabsolventen mit Supply- Chain-Kompetenzen sechs offene Stellen, sagt Vorrath. Dieser Trend werde sich in den nächsten fünf Jahren noch verstärken. Die Logistikbranche habe ein Imageproblem, räumt der DHL-Manager ein. Viele Studenten würden einen Job im Supply- Chain-Management als zweite Wahl betrachten, was umso schwerer wiegt, weil 25 bis 33 Prozent der Beschäftigten kurz vor dem Renteneintritt stehen. Die Nachwuchssuche wird auch dadurch erschwert, dass qualifizierte Aus- und Fortbildungswege Mangelware sind, während die Anforderungen in der Logistik steigen. Die DHL-Studie zeigt einige Lösungsansätze für diese Probleme auf. Zum einen sollten führende Unternehmen enger mit Universitäten kooperieren, um die Aus- und Fortbildung zu gestalten. Zudem sollten sie eigene Aus- und Weiterbildungsprogramme entwickeln. Und das Berufsfeld Logistik brauche ein besseres Image.
DHL-Studie
Bedrohlicher Fachkräftemangel in der Logistik
Der Fachkräftemangel in der Logistikkette wird zu einem bedrohlichen Risiko für die Zukunft der Automobilindustrie. Zu dieser Einschätzung kommt der Bonner Logistik-Riese DHL in einer Studie zum Fachkräftemangel im Supply-Chain-Management der Autobranche.