München. Bis zum Jahr 2011 waren Neuwagen fast nur importiert worden. Die massive Anhebung der Einfuhrzölle durch die Regierung brachte dann erstmals eine lokale Fertigung in Gang, die 2019 rund 200.000 Einheiten erreichen soll. Größter Autobauer ist die Firma AO Azia Avto, die Modelle der Hersteller Lada, Kia, Škoda und Chevrolet montiert. Die Nummer zwei ist AllurAuto mit Fahrzeugen von Peugeot, SsangYong und dem ukrainischen Hersteller ZAZ. Kfz-Lieferanten gibt es noch kaum. Die meisten Neuwagen nach Kasachstan liefert noch Russland mit rund 100.000 Einheiten jährlich. Lada hat einen Marktanteil von gut 37 Prozent. Aus Deutschland kommen nur wenige neue Autos – laut aktuellster Statistik aus dem Jahr 2013 waren es gerade mal 2128. Der Hauptgrund ist das niedrige Realeinkommen. Fast die Hälfte aller in Kasachstan verkauften Neuwagen kosten weniger als 15.000 Dollar.
Risse in der Erfolgsstory
Die Erfolgsgeschichte des neuen Autolands hat allerdings Risse bekommen: 2014 sanken die Neuzulassungen erstmals seit Beginn des Autobooms, wenn auch nur um 1,3 Prozent. In den vergangenen fünf Monaten beschleunigte sich dieser Abwärtstrend. Ursache ist der Rubel-Einbruch. Autos werden deshalb meist gleich in Russland gekauft. So ist derzeit zum Beispiel ein Nissan Qashqai in Russland umgerechnet 13.000 Dollar günstiger als in Kasachstan.