Lippstadt. Die Verdrängung der Scheinwerferabdeckungen aus Glas durch transparente Kunststoffe fand bereits in den 90er-Jahren statt. Nun werden dank der LED-Technik auch andere Glaskomponenten abgelöst. Marktführer Hella hat inzwischen die ersten Polycarbonat-Linsen auf den Markt gebracht. Im ersten von Hella ausgerüsteten Serienauto mit LED-Hauptscheinwerfern, dem Cadillac Escalade, waren noch Glaslinsen verbaut worden. Doch im neuen Audi A8 ersetzte Hella auch diese durch Polycarbonat. „Polycarbonate sind bis deutlich über 100 Grad Celsius temperaturstabil und auch optisch stabil. Bei noch höheren Temperaturen kann es aber nach einigen Tausend Stunden zu einer leichten Vergilbung kommen“, erklärt Tilman Maucher, Materialexperte bei Hella. Er sieht mehrere Vorteile im Einsatz von Kunststoffen in der Lichttechnik: „Das Gewicht ist um den Faktor zwei niedriger als bei Glas, und die Designer haben viel mehr Freiheiten bei der Gestaltung.“ Das sei aber noch nicht alles: „Die Elemente können mit Befestigungspunkten versehen werden und auf den Außenflächen können Mikrostrukturen aufgebracht werden, die für die Lichttechnik interessant sind, etwa, um ein sehr homogenes Licht zu schaffen.“ Neu ins Blickfeld der Leuchtenexperten rückt auch hochtransparentes Silikon. „Silikonelastomere sind sehr wärmestabil, und sie bieten interessante Eigenschaften“, so Maucher. Schon bald will Hella einen ersten Hauptscheinwerfer aus diesem Material anbieten.
Neue Werkstoffe
Hella macht dem Glas dank LED den Garaus
Der Siegeszug der LEDs im Automobilbau sorgt für einen Innovationsschub in der gesamten Kfz-Lichttechnik. Entwickler machen sich auf die Suche nach neuen Werkstoffen für Scheinwerfer und Rückleuchten.