London. In Lohmar ist man ziemlich stolz auf dieses jüngste Produkt einer ganzen Reihe neuartiger Allradantriebe, die GKN Driveline zuletzt zur Marktreife gebracht hat. „Wir sind der einzige Tier-1-Zulieferer, der ein derart kompakt integriertes Allrad-Antriebssystem vom Konzept bis zur Produktion durchzieht – und das in nur 24 Monaten“, sagt Hannes Prenn, globaler Programmdirektor für Allradsysteme. Die im Oktober vorgestellte Plattform repräsentiert den weltweit ersten abschaltbaren Allradantrieb für Fahrzeuge im A-, Bund C-Segment. „Wir erleben derzeit ein deutliches Wachstum in der Allrad- Sparte, das jährlich bei rund fünf Prozent liegt und vor allem durch den SUV-Boom getrieben ist“, sagt Robert Rickell, globaler Technologiepräsident von GKN PLC. Weltweit wurden 2014 rund zwölf Millionen Allrad-Systeme verbaut, für 2018 rechnet Rickell mit 14 Millionen. Wachstum erwartet er auch im Bereich Hybrid-Allradantrieb. „Dadurch sind Effizienzsteigerungen von bis zu 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Allradantrieben möglich.“ Nicht zuletzt sorge der Hybridantrieb auch für eine Vereinfachung des Getriebes, betont Theodor Gassmann, Leiter der Sparte eDrive Systems: „Wenn ich einen vernünftigen E-Motor habe, brauche ich keinen Acht- oder Neungänger mehr, um effizient zu fahren.“ Die fortschreitende Elektrifizierung des Antriebsstrangs sieht Rickell positiv: „Jeder Schritt der Industrie in diese Richtung hat uns geholfen, sei es beim Eingang- oder jüngst beim ZweigangeAxle-Getriebe, das beim BMW i8 Plug-in-Hybrid in Serie gegangen ist.“ Dank des Getriebes kann der Elektromotor kleiner dimensioniert und leichter werden.
Getriebebauer GKN Driveline
SUV-Boom treibt an
Im neuen Fiat 500X und im Schwestermodell Jeep Renegade steckt eine Menge Ingenieurskunst aus Deutschland. Denn der auch in Lohmar bei Bonn ansässige britische Getriebespezialist GKN Driveline hat für Fiat Chrysler Automobiles die neue globale Allrad-Antriebsplattform entwickelt und fertigt den Antriebsstrang inzwischen in unerwartet hohen Stückzahlen.