München. Zulieferer im Bereich Abgasnachbehandlung reiben sich die Hände. Sie erwarten höhere Umsätze infolge des Abgasskandals bei Volkswagen und wegen zu erwartender verschärfter Abgasvorschriften – wenn auch nicht alle.
Systeme zur selektiven katalytischen Reduktion (SCR) sind dabei ein Mittel, um die Stickoxid-Emissionen (NOx) beim Diesel in Grenzen zu halten. Diese Technologie beruht auf der Injektion einer wässrigen Harnstofflösung, AdBlue genannt, in den Abgasstrang.
Das französische Unternehmen Plastic Omnium will 2019 bereits 500 Millionen Euro mit solchen Systemen umsetzen und damit den Weltmarktanteil eigenen Angaben zufolge auf 30 Prozent erhöhen. Der Zulieferer hatte mit seinen SCR-Systemen zuletzt rund 340 Millionen Euro umgesetzt und so einen Weltmarktanteil von etwa 20 Prozent erreicht. Zu den Kunden zählen weltweit neun Fahrzeughersteller, darunter auch die VW-Gruppe mit den Marken Audi, Porsche und VW. "Und wir hoffen auf weitere Kunden", so das Unternehmen.
Auch Faurecia rechnet mit einer steigenden Nachfrage nach SCR-Systemen. Angaben zu Stückzahlen wollten die Franzosen allerdings nicht machen. Im vergangenen Jahr hatte Faurecia mit Produkten für Diesel-Pkw 670 Millionen Euro umgesetzt, davon entfielen 160 Millionen Euro auf Erlöse mit dem VW-Konzern.