Aachen. Das von zahlreichen Unternehmen getragene Projekt namens „Polimotor 2“ soll 2016 in den Bau eines Prototypen-Rennwagens münden, der von einem Vollkunststoff- Motor mit vier Zylindern und obenliegender Nockenwelle angetrieben wird. Das Zielgewicht des Motors liegt bei 65 Kilogramm und somit rund 40 Kilo unter einem vergleichbaren Motor aus Metall. Solvay hatte bereits in den 80er-Jahren an einem Kunststoff-Motor des US-Entwicklers Matti Holtzberg mitgearbeitet. Holtzberg hatte bei seinem ersten „Polimotor“ einen Materialmix aus Metall, Keramik, Carbonfiber und Epoxidharzen verwendet. Der Trend zu leichteren Fahrzeugen sorgt für einen steigenden Bedarf an Hochleistungspolymeren (HPP) und Phenolen. Die Anbieter auf diesem Markt laufen allerdings Gefahr, von noch neueren Werkstoffen an den Rand gedrängt zu werden, warnt das Beratungsunternehmen Frost & Sullivan in einer neuen Studie. „Glas- und kohlefaserverstärkte Materialien fassen stärker Tritt und schmälern den Anteil der europäischen HPP-Hersteller“, urteilt Soundarya Shankar, Werkstoffexpertin bei Frost & Sullivan. Für die Lieferanten werde es daher immer wichtiger, ein optimales Preis-Leistungs-Angebot zu haben. Shankar empfiehlt den Kunststoff-Lieferanten deshalb, gemeinsam mit den Herstellern von Verbundstoffen, Komponenten und Harzen neue Partnerschaften zu bilden, um den Autobauern möglichst kundenspezifische Lösungen anbieten zu können.
Polimotor 2
Plastik-Antrieb in Sicht
Die Revolution des Automobilbaus durch Kunststoffe steht erst am Anfang. Denn nach dem Einzug von Hightech-Polymeren in Flächen- und Strukturbauteile kommen Kunststoffe jetzt auch im Chassis-Bau und sogar im Antriebsstrang zum Einsatz. So hat das Spezialchemieunternehmen Solvay vor wenigen Tagen federführend die Entwicklung eines Vollkunststoff-Motors begonnen.