München. Walter Maria de Silva hat Autodesign-Geschichte geschrieben wie wohl kein anderer lebender Designer. De Silva arbeitete in den 70er- und 80er-Jahren für Fiat und Alfa Romeo, wechselte dann zu Seat und Audi und gab seit 2007 als "Head of Design" allen VW-Marken im Wolfsburger Konzern seinen Anstrich. Ein langes Leben für das Autodesign.
Der lombardische Formgeber hat den VW-Konzern im vergangenen Monat abrupt verlassen. Dadurch gewinnt das Buch, das der Journalist und Designkritiker Decio Carugati schon 2012 herausgebracht hat und eine Würdigung von de Silvas Lebenswerk darstellt, neue Aktualität.
Bestechend an dem großformatigen Buch sind die Zeichnungen – sie machen den Hauptteil aus. Wie näherte sich Walter Maria de Silva einem Projekt? Wie kam er auf das Design für den VW Polo, den Up oder den Audi A5? Letzteren bezeichnet er selbst als das schönste Auto, das er je entworfen hat. Sicher ist die Audi-Phase in den Nullerjahren als Höhepunkt seines Schaffens zu bezeichnen.
Flankiert werden die zahlreichen Design-Beispiele von autobiografischen Elementen, die de Silva beiträgt. Hier wird auch seine enge Zusammenarbeit mit Ex-VW-Chef Martin Winterkorn überdeutlich.
Es ist ein Buch, das ohne Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen auskommt. Ein Buch zum Blättern und Schwelgen, zum Zurücklehnen und Staunen.