Stuttgart. Nur wenig Erfolgschancen sieht der Autoexperte Stefan Bratzel für ein Comeback der Automarke Borgward. Für die Entwicklung einer Modellpalette inklusive Marketingaktivitäten und dem Aufbau einer Vertriebsstruktur seien Milliardeninvestitionen notwendig. „Das wird ein sehr langer Marsch“, sagte Bratzel der Automobilwoche.
Für das Comeback der Automarke Borgward will das Unternehmen laut einem Zeitungsbericht rund 257 Millionen Euro in den künftigen Stammsitz Stuttgart investieren. Dort sollen bis zu 235 Mitarbeiter beschäftigt werden, zitieren die Stuttgarter Nachrichten aus einem Konzeptpapier. „Stuttgart bietet ideale Voraussetzungen für die Einrichtung eines Zentrums für Verwaltung, Forschung und Entwicklung von Fahrzeugen“, heiße es darin. Es liefen Verhandlungen über den Bezug der ehemaligen IBM-Zentrale, bestätigte ein Sprecher der Stadt dem Blatt.
Die Bremer Automarke Borgward soll mit chinesischer Hilfe wiederbelebt werden. Das Geld kommt vom größten chinesischen Nutzfahrzeughersteller Beiqi Foton, bei dem auch die Borgward-Markenrechte liegen. Der Enkel des einstigen Unternehmensgründers, Christian Borgward, versucht ein Comeback der Marke. Über einen Zeitraum von zehn Jahren haben Borgward und seine Partner den Schritt vorbereitet. Auf der Frankfurter Pkw-IAA im September soll das erste Fahrzeug, ein Geländewagen, vorgestellt werden. Weitere Modelle sollen folgen. Die Absatzplanungen sind mit 800.000 Fahrzeugen weltweit ambitioniert. Auf dem Genfer Autosalon war vorerst jedoch nur das Modell Isabella aus den 1950er Jahren zu sehen.Anfang 1961 hatte Borgward nach öffentlich gewordenen finanziellen Schwierigkeiten Konkurs angemeldet.