Heilbronn. Um die Blechteilefertigung zu stärken, investiert Läpple Automotive für über zehn Millionen Euro in eine Transferpresse. Mit der Anlage lassen sich künftig Werkzeuge mit einem Gewicht von bis zu 60 Tonnen in der Produktion einsetzen, um neben Blechteilen für die Außenhaut von Fahrzeugen auch Strukturteile aus Stahl oder Aluminium zu fertigen. Solche Strukturteile werden unter anderem für Türen, Motorhauben oder Heckklappen benötigt. Mitte Juni soll der Spatenstich für das acht Meter tiefe Fundament erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für den Sommer 2016 geplant.
Eine solch große Investition hat es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben. Das Unternehmen hat schwere Zeiten hinter sich. Die Anzahl der Mitarbeiter sank von einst 5200 vor der großen Krise 2008/2009 auf aktuell rund 2200. Werke in den USA und Süd-Afrika mussten verkauft werden. „Aus heutige Sicht sehr bedauerlich, denn diese Werke sind in den jeweiligen lokalen Märkten heute gut positioniert“, so Peter Spahn, Sprecher des Läpple-Vorstands.
„Heute haben wir zwar keinen eigenen Werkzeugbau mehr, aber wir haben Schnittstellen geschaffen, beispielsweise nach Asien, wo wir durchaus wettbewerbsfähige Werkzeugbauer gefunden haben. So hat sich aus dem vermeintlichen Nachteil, keinen eigenen Werkzeugbau zu haben, ein Vorteil entwickelt.“ Ob Läpple Automotive künftig auch wieder in Asien oder den USA aktiv wird, will der Läpple-Chef „nicht komplett ausschließen“. „Wir werden sicherlich nicht irgendwelchen Träumen hinterherjagen, nur um stärker zu internationalisieren.“