Stockdorf. Der Zulieferer Webasto will vermehrt Autoscheiben liefern, die ohne Glas auskommen. „Webasto hat mit der Entwicklung und Produktion von Bauteilen aus Polycarbonat mehr als ein Jahrzehnt lang Erfahrungen gesammelt“, sagt Horst Schmidhuber, Leiter Entwicklung im Bereich Dachsysteme. Partner auf der Chemieseite ist Covestro, vormals Bayer MaterialScience.
Webasto setzt Polycarbonat (PC) bislang vor allem im Dachbereich des Smart ein. Doch dabei wird es nicht bleiben. Als Nächstes soll der Werkstoff bei den hinteren feststehenden Seitenscheiben, dann bei der Heckscheibe und anschließend bei beweglichen Seitenscheiben das Glas verdrängen. Im Jahr 2020 will Webasto gar die Windschutzscheibe aus Polycarbonat anbieten – bislang ein Tabu. Glashersteller wie Saint-Gobain Sekurit oder Pilkington hatten vor allem wegen der geringeren Kratzfestigkeit Kunststoffen bei der Windschutzscheibe keine Chance für die Großserie eingeräumt.