Affalterbach. Das Engagement beim italienischen Motorradhersteller MV Agusta kommt die Mercedes-Sportwagentochter AMG nach Recherchen der Automobilwoche teuer zu stehen. Der aktuelle Daimler-Geschäftsbericht weist für MV Agusta (Bilanz 2014) einen Verlust von 23 Millionen Euro aus. AMG hält einen Anteil von 25 Prozent, müsste also knapp sechs Millionen Euro abschreiben. Die Mercedes-Sportwagentochter war im Oktober 2014 bei MV Agusta eingestiegen und hatte Schätzungen zufolge dafür einen zweistelligen Millionenbetrag bezahlt.
Allerdings könnten die Verluste noch höher ausfallen. MV Agusta ist trotz wachsender Verkaufszahlen immer tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Ende März beantragte das im norditalienischen Varese ansässige Unternehmen vor Gericht ein sogenanntes Concordato in continuitŕ. Dabei handelt es sich um die Vorstufe eines Insolvenzverfahrens. Der legendäre Motorradhersteller muss nun binnen 90 Tagen einen Plan vorlegen, wie er seine Schulden abbauen will. Das Unternehmen steht italienischen Medienberichten zufolge bei Banken und Zulieferern mit 40 Millionen Euro in der Kreide. "Wir bedauern, dass sich MV Agusta derzeit in einer finanziell schwierigen Lage befindet", sagte eine AMG-Sprecherin der Automobilwoche. Zu den genauen Auswirkungen wollte sich das Unternehmen mit Sitz in Affalterbach nicht äußern.