In diesem Jahr werden in Deutschland aller Voraussicht nach weniger Autos neu zugelassen als im Vorjahr. Die Experten der Unternehmensberatung PwC gehen davon aus, dass es 2019 weiter abwärts geht. In den vergangenen Monaten war es der neue Abgas-Prüfzyklus WLTP, der den Herstellern und Händlern zu schaffen machte. Weil nicht alle Motor-/Getriebevarianten rechtzeitig zertifiziert waren, konnten sie den Kunden wochen- und teilweise monatelang nicht das gewünschte Fahrzeug liefern. Auch im kommenden Jahr drohen Probleme. Wenn die ersten großflächigen Diesel-Fahrverbote kommen, werden die Verkaufszahlen der Selbstzünder weiter einbrechen. Selbst wenn sich die Politiker doch noch auf einen Kompromiss einigen, wird der Brexit zu erheblichen Verwerfungen führen, schließlich die die Lieferketten sowohl der britischen als auch der kontinentalen Hersteller auf reibungslosen und zollfreien Warenverkehr angewiesen.
Für das laufende Jahr rechnet PwC in Deutschland mit einem Minus von 0,4 Prozent. Es wäre der erste Rückgang seit 2014. Im kommenden Jahr erwarten die Experten sogar einen Rückgang von 1,0 Prozent. "Der unmittelbare Effekt durch die Umstellung auf WLTP fällt zwar weg. Allerdings dürften die Ereignisse der vergangenen Monate viele Autokäufer hierzulande derart verunsichert haben, dass wir trotz ansonsten stabiler Binnenkonjunktur auch für 2019 mit schwachen Neuzulassungszahlen rechnen", sagte Felix Kuhnert, Global Automotive Leader bei PwC. Doch selbst wenn der Markt um ein Prozent schrumpfen würde, entspräche das einem Volumen von knapp 3,4 Millionen Neuwagen. "Im mittel- und langfristigen Vergleich sind das weiterhin hohe Zulassungszahlen", betont Kuhnert.