Stuttgart. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die Belegschaft des schwäbischen Sportwagenkonzerns jüngst mit eindringlichen Worten auf ein absehbar schwieriges Jahr 2009 eingestimmt. Das geht aus einem zweiseitigen Schreiben hervor, das der Automobilwoche im Original vorliegt. In dem Brief, der bemerkenswerterweise ausschließlich von Wiedeking und nicht von den anderen fünf Mitgliedern des Vorstands unterzeichnet ist, zeichnet der Chief Executive Officer zunächst ein positives Bild vom vergangenen Geschäftsjahr 2007/2008: „Besonders bemerkenswert war der sprunghafte Anstieg des Konzernergebnisses, das sogar den Umsatz übertraf. Allerdings ist dieses in der Wirtschaftsgeschichte beispiellose Phänomen maßgeblich auf Sondereffekte im Zusammenhang mit unserer Beteiligung an der Volkswagen AG zurückzuführen".
Mit Blick auf zahlreiche Reibereien im Zusammenhang mit der VW-Übernahme merkt Wiedeking dabei an: Wir sind auf einem guten Weg, gemeinsam mit unserem Partner Volkswagen und seinen Tochtergesellschaften einen schlagkräftigen Unternehmensverbund zu schmieden, der in unserer Branche auf längere Sicht eine Spitzenposition übernehmen wird".
Im nächsten Absatz allerdings warnt Wiedeking unverhohlen vor Euphorie: "Die hohe Profitabilität unseres Unternehmens darf uns jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass mittlerweile dunkle Wolken aufgezogen sind: Infolge der Finanzmarktkrise steht die Weltwirtschaft vor einer Rezession, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben. Und die Auswirkungen auf die internationale Automobilindustrie sind nicht mehr zu übersehen. Sämtliche Hersteller klagen über zum Teil dramatische Absatzeinbrüche. Dieser Entwicklung kann sich leider auch Porsche nicht entziehen. Obwohl unser Unternehmen heute besser aufgestellt ist als die meisten Wettbewerber, zieht der weltweit starke Rückgang der Pkw-Nachfrage an uns nicht spurlos vorüber".