Genf. Die Volkswagen AG, Wolfsburg, hat heute in der Schweiz ihr neues Topmodell Phaeton offiziell vorgestellt. Einen Tag vor Beginn der Pressetage des Genfer Salon 2002 nannte der designierte VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder die Luxuslimousine "ein Highlight für unser Haus". Zum Erstaunen der Gäste hatte nicht der im April scheidende VW-Chef Ferdinand Piëch den Phaeton präsentiert, sondern der frühere BMW-Primus Pischetsrieder: "Ich habe das Projekt Phaeton zwar nur in der Schlussphase begleitet", sagte Pischetsrieder, "dafür aber meinen bisherigen Berufsweg mit Fahrzeugen dieser Klasse zugebracht".
Das angepeilte Verkaufsziel von 20.000 Einheiten pro Jahr relativierte Pischetsrieder deutlich: "Diese Menge können wir erst im Jahr 2004 absetzen, wenn alle Varianten zur Verfügung stehen". Pischetsrieder kündigte zugleich ein vollkommen neues Konzept für die Betreuung der Phaeton-Kunden an. So werden die Käufer ein Finanzierungsangebot namens "Gas Only" wählen können, das – außer Kraftstoff – sämtliche beim Betrieb des Phaeton anfallenden Kosten enthält. Auf Vermittlung spezieller "Customer-Care-Center" sollen Phaeton-Fahrer "virtuelle Online-Diagnosen"(Pischetsrieder) durchführen und eventuell erforderliche Werkstattleistungen ohne Zeitverlust arrangieren lassen können.
Auf Anfrage von Automobilwoche bestätigte ein VW-Insider, dass das Logo des Phaeton im Pralltopf des Lenkrades noch geändert werden muss: "Vielen Zielkunden war das Emblem zu groß und das verwendete Blau zu intensiv". Fortan werden die Fahrzeuge daher mit kleineren Emblemen in den Tönen Silber und Schwarz ausgestattet. Die Preise für den neuen Nobelwagen beginnen bei 56.200 Euro (V-6-Benziner), der Grundpreis für den W-12-Zylinder wird 98.600 Euro betragen. Der Verkaufsstart ist Freitag, der 31. Mai 2002. Die Fahrvorstellung des neuen VW Phaeton für Vertreter der internationalen Presse wird Ende Mai stattfinden, vermutlich im italienischen Mailand.
Am Rande der Phaeton-Präsentation dementierte der frühere VW-Chefingenieur Martin Winterkorn, seit Anfang März Vorstandsvorsitzender der Audi AG, im Gespräch mit Automobilwoche Zeitungsmeldungen, wonach VW schon bald nach einer Übernahme des Prost-Rennstalls unter dem Dach der Konzernmarke Skoda in die Formel eins einsteigen könnte. Winterkorn: "Das ist Quatsch".