München. VW-Chef Martin Winterkorn schließt in einem Interview mit dem "Handelsblatt" weitere Zukäufe in nächster Zeit aus. "Um es klar zu sagen: Wir haben momentan genug zu tun, unsere zwölf Marken dahin zu führen, wo wir 2018 als Konzern stehen wollen: auf Platz eins der weltweit führenden Autobauer. Die Integration bei den Nutzfahrzeugen wird uns viel Kraft kosten. Genauso fordernd sind die Aufgaben in der Sportwagensparte: Wir haben ja nicht nur Porsche, sondern auch Lamborghini, Bentley und Bugatti".
Damit erteilt Winterkorn auch der italienischen Marke Alfa Romeo vorerst eine Absage: "Dass ich Alfa für eine reizvolle Marke halte, ist kein Geheimnis. Aber wie gesagt: Wir sind mit unseren Marken gut beschäftigt."Obwohl VW seine Fertigungskooperationen in Malaysia und Indonesien weiter ausbauen will, ist der Autobauer Proton aus Malaysia kein Thema für VW, so Winterkorn weiter.Volkswagen hatte Anfang dieses Monats die vollständige Übernahme von Porsche abgeschlossen. Im Juli kaufte der Konzern den italienischen Hersteller Ducati und den Monat zuvor stockte er seine Beteiligung am Nutzfahrzeughersteller MAN auf 75 Prozent auf.Um den Bedarf an preiswerten Autos in Schwellenländern wie China zu decken, werde VW eine Limousine von Skoda auf den Markt bringen, die umgerechnet 8000 Euro kosten wird. "Parallel überlegen wir, gemeinsam mit einem unserer Partner in China ein Einstiegsauto zu bauen - eine Art Basic Transportation Car, preislich unterhalb von Polo und up", sagte der Manager. "Entschieden ist da aber noch nichts."Neben der Kernmarke VW gehören zu dem Dax-Konzern die Marken VW-Nutzfahrzeuge, die Lkw-Hersteller MAN und Scania, Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche und der Motorradhersteller Ducati. Mit seiner Präsenz auf allen Weltmärkten trotzt Volkswagen seit Langem den Problemen in Europa und fährt der angeschlagenen Konkurrenz davon. Im Vorjahr war der größte deutsche Industriekonzern mit rund 8,3 Millionen Wagen zur Nummer zwei hinter dem US-Rivalen General Motors (neun Millionen) aufgestiegen. (mit Material von dpa-AFX)VW plant vorerst keine weiteren Zukäufe
Europas größter Autobauer Volkswagen will in naher Zukunft laut einem Medienbericht keine zusätzlichen Marken in den Konzern integrieren. Laut VW-Chef Winterkorn gibt es derzeit genug Herausforderungen, die gemeistert werden müssen.
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