Wolfsburg. Bei der Volkswagen AG stehen gravierende Sparmaßnahmen an. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder will die Kostenlast des Konzerns noch in diesem Jahr um mehrere hundert Millionen Euro senken, um das bereits eingeschränkte Gewinnziel für 2002 nicht zu verfehlen: In der vergangenen Woche hatte die VW-Führung ihre Prognose für das Vorsteuerergebnis auf vier Milliarden Euro herabgesetzt.
Im Rahmen eines so genannten "Profit Recovery Plans", wie ihn zu Krisenzeiten auch sein Amtsvorgänger Ferdinand Piëch dem VW-Konzern verordnet hatte, versucht Pischetsrieder derzeit, Sparpotenziale zu heben, ohne die Budgets für neue Maschinen oder Marketinginitiativen, etwa im Hinblick auf den VW-Geländewagen Touareg (siehe Seite 19), zu beschneiden.
Erste Korrekturen der "Planungsrunde 50", die unter anderem alle Investitionsvorhaben für das laufende Jahr regelt, hat Pischetsrieder in enger Abstimmung mit VW-Chef-Controller Bruno Adelt bereits durchgesetzt. So werden im Nutzfahrzeugwerk Hannover Renovierungsarbeiten in den Mitarbeiterräumen, für die schon rund 20 Millionen Euro bewilligt waren, auf das kommende Jahr verschoben.
Eine weit teurere Modernisierung der Bausubstanz in der Kasseler VW-Fabrik wird möglicherweise ganz gestrichen. Und das Gebot für Volkswagen-Angestellte, bei Flugreisen innerhalb Europas in der günstigeren Economy-Class zu buchen, könnte schon bald auf Interkontinentalstrecken ausgeweitet werden.
Mit hohem Aufwand müssen die VW-Lenker derweil Anlaufprobleme ihrer neuen Luxuslimousine Phaeton beheben. Ein Software-Update des Infotainment-Systems konnte erst vor wenigen Tagen abgeschlossen werden. Auch aufgrund technischer Probleme mit der Luftfederung im Vorderachsbereich droht eine weitere Verzögerung der Auslieferung an Kunden - nach Informationen aus Unternehmenskreisen auf die zweite Hälfte des Septembers.