Wolfsburg. Volkswagen sucht sein Heil im Ausland: Geprüft wird die Produktion des neuen Bora Variant im mexikanischen Puebla. Damit will der Konzern das Währungsrisiko aus Geschäften im Dollar-Raum reduzieren. Die nächste Generation des Kombi soll besonders Flottenkunden ansprechen und 2007 starten. Dagegen ist VW von der Planung abgerückt, den Golf für die nordamerikanischen Märkte in Puebla zu bauen. Wie VW-Chef Bernd Pischetsrieder Automobilwoche bestätigte, steht in Mexiko derzeit "allenfalls eine CKD-Montage des Golf an". Die jährlich gut 45.000 Bausätze der für Nordamerika bestimmten Golf V sollen die Auslastung des Wolfsburger Stammwerks verbessern.
Im Rahmen des Sparprogramms "ForMotion" untersucht VW, auf welchen ausländischen "Chancenmärkten" der Fahrzeugverkauf erhöht werden kann. So sondiert ein Team um Zeno Kerschbaumer, zuständig für die Vertriebsregion International, derzeit zusätzliche Absatzchancen in Russland, Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Produktionschef Folker Weißgerber soll Ende April gemeinsam mit Führungskräften der Jointventures von VW in China über eine Ausweitung des Fertigungsprogramms und neue Exportmärkte für VW-Modelle aus chinesischer Herstellung beraten. Als sicher gilt, dass VW aus der Volksrepublik demnächst den indonesischen Automarkt beliefert.
Die Zusammenarbeit von Volkswagen mit der Unternehmensberatung Roland Berger, die seit Mitte 2003 Vorschläge für eine Steigerung der Vertriebsleistung des Konzerns entwickelt, ist derzeit intern umstritten. Kontroversen bestehen insbesondere bei der Einschätzung der Höhe von Spar- potenzialen. Wie aus VW-Kreisen verlautet, hätte sich das Topmanagement vor allem ein stärkeres Benchmarking gegen Wettbewerber gewünscht. Dennoch sollen die Erkenntnisse aus den Berger-Analysen nun in das "ForMotion"-Programm übernommen werden. Ein Projekt rund um "Effizientere Marketing-Budgets" hat VW inzwischen an McKinsey vergeben.