Wolfsburg. Unter VW-Vertriebspartnern wächst der Widerstand gegen die Pläne des Volkswagen-Konzerns, in den neuen Händlerverträgen die Grundmarge um einen Prozentpunkt zu senken und der Konzernzentrale das Recht einzuräumen, eigene Niederlassungen zu gründen. Der Unmut ist so groß, dass der VW/Audi-Händlerverband für den 12. März zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung nach Mainz geladen hat. "Der Kittel brennt", umschrieb ein Insider die Stimmungslage in der Vertriebsorganisation.
Die bestehenden Kontrakte hatte VW zum kommenden September gekündigt und wollte ursprünglich bis Ende 2002 seinen Vertriebspartnern die neuen Verträge zur Unterschrift vorlegen. Aufgrund des wachsenden Widerstandes rechnet VW frühestens Anfang April mit einem Abschluss. Auf großen Widerstand treffen vor allem die Pläne von VW-Vertriebsvorstand Robert Büchelhofer zur Neuordnung des Margensystems und zur sogenannten Vorbehaltsklausel, durch die sich Volkswagen den Aufbau eigener Niederlassungen offen halten will. Im Zuge der Preisharmonisierung für Neuwagen in Europa will Büchelhofer nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern eine Angleichung der landesspezifischen Vergütungen für Verkaufs- sowie Service- und Ersatzteilaktivitäten durchsetzen. Für die deutschen Vertriebspartner bedeutet das eine Absenkung der Grundmarge um einen Prozentpunkt.