Wolfsburg. Im Hinblick auf das anhaltende Ringen mit der IG Metall um die Restrukturierung bei Volkswagen hat die Konzernspitze intern jüngst konkrete Lösungsansätze präsentiert. Im Stammwerk Wolfsburg informierte der VW-Vorstand am vergangenen Montag (10.7.) die Führungskräfte über neue Details des Sanierungsprogramms "ForMotion plus", bei dem VW-Chef Bernd Pischetsrieder nun aufs Tempo drückt. "Sollten alle Maßnahmen umgesetzt werden", berichtet ein Teilnehmer des vertraulichen "ForMotion Dialog", "könnten bei VW bald weit mehr als die bisher offiziell genannten 20.000 Mitarbeiter von harten Einschnitten bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes betroffen sein."
So kündigte VW-Markenchef Wolfgang Bernhard vor dem Topmanagement an, in der Pkw-Fertigung die Komplexität zu reduzieren und künftig von einer "anlagenorientierten Betrachtung" zu einer "mitarbeiterorientierten Planung" überzugehen. Dabei will Bernhard zentrale Arbeitsbereiche fortan etwa in Fabrikmodellen simulieren lassen, um die Montageabläufe zu optimieren. "Allein in der kostspieligen Nachbearbeitung der Golf-Produktion", so ein Insider, "werden dadurch viele Dutzend Stellen wegfallen."
Drastisch senken will Bernhard die Zahl der Schadensfälle: Bis 2008 soll die Anzahl fehlerhafter Neuwagen halbiert werden, um vor dem Hintergrund des weltweit wachsenden Wettbewerbsdrucks im Autogeschäft die "Kundenzufriedenheit und -loyalität" nachhaltig zu steigern. Zwischen Januar und Mai dieses Jahres habe VW hier erste Erfolge verzeichnet: "Schon durchschnittlich 0,29 Schadensfälle weniger pro Fahrzeug sind bei 2,4 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen bereits 696.000 frustrierte Kunden weniger", zog Bernhard Zwischenbilanz.
Mit der IG Metall wird VW im September über den Fortgang der Sanierung verhandeln. (kro/tb)