Wolfsburg. Angesichts rückläufiger Verkaufszahlen auf dem chinesischen Markt und der immer schärferen Konkurrenz durch neue Wettbewerber überarbeitet der VW-Konzern sein Automobilgeschäft im Reich der Mitte. Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hatte mit der Andeutung, dass bereits im kommenden Jahr ein Markteintritt der tschechischen Tochtermarke Skoda möglich wäre, jüngst den internen Wettbewerb um Ressourcen angeheizt.
Volkswagen will nun beim Kompaktvan Touran, der ab Jahresende auch im Werk Schanghai produziert werden soll, vermehrt und schneller als geplant auf chinesische Zulieferer zurückgreifen. In Verhandlungen mit den Teilelieferanten vor Ort sollen zudem weitere Preissenkungen durchgesetzt werden. VW hatte vergangene Woche angekündigt, die Verkaufspreise der Autos aus chinesischer Produktion um zwei bis elf Prozent zu senken – offiziell als Dank für die Ernennung zum Partner der Olympischen Spiele 2008 in Peking.
Wie Automobilwoche aus Unternehmenskreisen erfuhr, will der für das China-Geschäft zuständige VW-Vorstand Folker Weißgerber überdies die Entwicklungskompetenz in China qualitativ und personell ausbauen. Technische Änderungen im Rahmen der Produktpflege etwa sollen nach dem Muster des neuen Santana 3000 künftig verstärkt vor Ort konzipiert werden, um den Geschmack der chinesischen Pkw-Interessenten besser als bisher zu treffen.
Im Jointventure mit Partner SAIC am Standort Schanghai lässt Volkswagen derzeit zentrale Produktions- und Vertriebsprozesse von Experten der Beratungsgesellschaft VW Consulting durchleuchten. Ziel ist die "Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit".