Wolfsburg. Im Hinblick auf das schleppende Pkw-Geschäft auf dem deutschen Markt und außerplanmäßig hohe Lagerbestände hat Volkswagen jüngst ein umfangreiches Incentive-Programm für seine Handelspartner aufgelegt. Unter dem Motto "Endspurt mit Auftragseingangsprämien" lobt VW für den Zeitraum 23. November bis 31. Dezember dieses Jahres finanzielle Förderungen für bereits produzierte, aber noch nicht abverkaufte Fahrzeuge aus.
Wie ein VW-internes Schreiben, das Automobilwoche vorliegt, belegt, gewährt der Hersteller für Kleinwagen des Typs Polo nun einen Zuschuss von 600 Euro. Das Kompaktauto Golf (außer GTI/R32) wird mit 1.000 Euro gefördert, dessen Derivate Golf Plus und Touran mit 1.200 Euro. Die aktuelle Passat-Limousine stützt VW mit 1.500 Euro, den in die Jahre gekommenen Van Sharan gar mit 2.500 Euro. Besonders beruhigend für VW-Händler, die sich ob ihres allzu großen Lagerbestands um die Betriebsmarge sorgen: "Eine Kombination mit anderen nationalen und regionalen Fördermaßnahmen" ist laut VW "möglich".
In einer ungewöhnlich detaillierten Begründung an die Adresse der Vertriebspartner legt Peter Maiwald, VW-Verkaufschef für den deutschen Markt, die Hintergründe der Aktion "Endspurt" offen. "Seit der Preisrunde im Oktober waren die Auftragseingänge enttäuschend", räumt der Manager ein. "Und dies nicht nur für Volkswagen, sondern für die gesamte Automobilindustrie, was nur bedingt tröstet und schon gar nicht hilft."
Entsprechende Konsequenzen, so Maiwald, seien bereits Anfang November absehbar gewesen: "Bei der aktuellen Auftragslage hätten ohne Reaktion die von Ihnen eingehenden Bestellungen bei weitem nicht gereicht, um die geplanten Produktionskapazitäten der nächsten Wochen auszulasten." Überdies habe ein Teil der Volkswagen-Partner "unsere Probleme nicht als die seinigen" angesehen.
Da auch im November, so Maiwald weiter, die Auftragseingänge "sehr enttäuschend" ausfielen, fühle sich VW "in der Pflicht, entgegen unserer Planung, der drohenden Überbevorratung entgegenzuwirken" – und bis Jahresende Lagerräumprämien zu zahlen.
"Auch wenn viele von Ihnen jetzt glauben mögen, dass wir nur unsere Marktanteile sichern wollen", schließt Maiwald seinen Brandbrief, "so seien Sie versichert, dass diese diesmal nicht im Vordergrund standen." Vielmehr, bittet er um Vertrauen, wolle VW "den Beweis antreten, dass auch Sie sich auf uns verlassen können".