Tokio. Der von einem Rückruf-Debakel erschütterte Autobauer Toyota ist im dritten Geschäftsquartal in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Wie der größte Autobauer der Welt am Donnerstag bekanntgab, fiel zum 31. Dezember ein Nettogewinn von 153,2 Milliarden Yen (1,2 Mrd Euro) an nach einem Verlust im Vorjahr von 164,7 Milliarden Yen. Der Umsatz erhöhte sich um 10,2 Prozent auf 5,3 Billionen Yen. Ungeachtet des beispiellosen Rückrufs von Millionen von Autos wegen schadhafter Gaspedalen hob Toyota die Prognose für das noch bis 31. März laufende Gesamtgeschäftsjahr 2009/2010 an und rechnet jetzt mit einem Nettogewinn von 80 Milliarden Yen.
Toyota beziffert die finanziellen Auswirkungen der Rückrufe für das laufende Geschäftsjahr auf bis zu 180 Milliarden Yen. Darin enthalten sind 100 Milliarden Yen an Kosten zur Durchführung der Rückrufe. Hinzu kämen die Auswirkungen auf das operative Geschäft in Folge von Absatzrückgängen im Umfang von 70 bis 80 Milliarden Yen. Der globale Absatz werde vor allem mit Schwerpunkt Europa und Nordamerika voraussichtlich um 100.000 Autos sinken, hieß es. Analysten warnen jedoch, dass sich das Debakel auch noch auf die nächsten Monate auswirken könnte. Man könne die Folgen für das kommende Geschäftsjahr nicht vorhersehen, sagte Toyota-Direktor Takahiko Ijichi.
Vom Rückruf wegen klemmender Gaspedale sind in Deutschland 215.796 Autos betroffen. Das sagte eine Sprecherin von Toyota Deutschland am Donnerstag in Köln. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle Aygo, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Dem Kraftfahrtbundesamt seien die Fahrgestellnummern aller betroffenen Wagen mitgeteilt worden, so dass nun alle Fahrzeughalter gezielt und zügig informiert werden könnten.
Zur Behebung des Problems soll in das Gaspedal ein Distanzstück eingesetzt werden. Die Sprecherin bezifferte den Arbeitsaufwand mit einer halben Stunde. Die ersten Teile sollen in der kommenden Woche geliefert werden. Den Automobilclubs sind bislang noch keine Reklamationen oder Schadensfälle ihrer Mitglieder bekannt.