Detroit/Stuttgart. Tesla Motors will beim anstehenden Börsengang 178 Millionen Dollar einnehmen und dies hauptsächlich in den Ausbau der Fabriken und für Akquisitionen verwenden. Dies geht aus vor kurzem eingereichten Unterlagen an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Der Elektroautopionier aus Palo Alto in Kalifornien will 11,1 Millionen Aktien mit einer Preisspanne zwischen 14 und 16 Dollar pro Anteilsschein herausgeben. Ursprünglichen Plänen zufolge waren nur 100 Millionen Dollar frisches Kapital angestrebt worden. Gleichzeitig mit dem Listing an der US-Technologiebörse NASDAQ unter dem Kürzel TSLA steigt der japanische Autohersteller Toyota beim Tesla Motors als Großaktionär ein. Über eine zusätzliche Privatplazierung investieren die Japaner 50 Millionen Dollar. Schon seit einem Jahr ist Daimler an Tesla beteiligt. Heute halten die Stuttgarter sechs Prozent, Daimler-Großaktionär Abu Dhabi vier Prozent. Außerdem sind die Mitgründer von Google Larry Page und Sergey Brin beteiligt.
Tesla Motors wurde 2003 gegründet und von der Autobranche lange Zeit nicht ernst genommen. Anstatt aufwendig eine Lithium-Ionen-Batterie von Grund auf zu entwickeln, packten die Kalifornier 6800 handelsübliche Computer-Akkus zusammen. Erst als das erste Elektroauto, ein Roadster mit einer Reichweite von 300 Kilometer auf den Markt kam, setzte ein Umdenken ein. Der Stuttgarter Autohersteller Daimler stieg vor einem Jahr bei Tesla ein und wurde Bündnispartner. So liefert das Start-up-Unternehmen die ersten 1000 Lithium-Ionen-Batterien für den vollelektrischen Smart, der im Moment produziert und bei ausgewählten Kunden eingesetzt wird. Die Verluste von Tesla summieren sich auf fast 300 Millionen Dollar. Vom Roadster wurden seit der Markteinführung 2008 bis Ende März 2010 nur 1063 Einheiten verkauft. Den Plänen von Tesla zufolge wird das Unternehmen erst mit der Markteinführung der vollelektrischen Limousine "Model S" profitabel werden. Das 50.000 Dollar teure Fahrzeug soll 2012 auf den Markt kommen. Für die Entwicklung dieses Modells hat Tesla einen Kredit über 465 Millionen Euro von der US-Regierung erhalten.