Mladá Boleslav. Die tschechische VW-Tochter Skoda will mit neuen Produktions- und Modellkonzepten ihren Aktionsradius vergrößern und die Geschäftsbasis verbreitern. "Wir sehen ein großes Potenzial in China, Russland und Indien", sagte Vorstandschef Detlef Wittig im Interview mit Automobilwoche. So stünden die Verhandlungen über eine Montage des Skoda Octavia in China kurz vor dem Abschluss. Dort wolle man möglichst ab 2007 jährlich 50.000 bis 70.000 Einheiten der Limousine herstellen. Als Standort habe Schanghai gute Chancen. Den geplanten Anteil der lokalen Wertschöpfung dort bezifferte Skoda-Vize Winfried Vahland gegenüber dieser Zeitung auf "mindestens 70 Prozent". Bei Produktkliniken hätten chinesische Testpersonen den Octavia "voll akzeptiert".
Von der vierten Modellreihe "Roomster", die Skoda ab 2006 anbieten will, erwartet Wittig "nachhaltige Wachstumseffekte". Der Preis des Kompaktvans, der sich das Gros der Module mit den Modellen Fabia und Octavia teilen wird, könnte bei rund 15.000 Euro liegen. Nach der Einführung des Dieselpartikelfilters im Top-Modell Superb im Herbst 2005 werde die Abgasreinigung auch für den Roomster zu haben sein – sofort zur Markteinführung.
Für die Erschließung "sich entwickelnder Märkte" (Wittig) denkt Skoda über eine Alternative zum Dacia Logan für etwa 8.500 Euro nach. "Hierfür", so Wittig, "könnten wir unser Stufenheckauto Fabia Sedan nutzen." Über eine Kombination von "Entfeinerung" – etwa den Verzicht auf ESP und hochwertige Sitzstoffe – und Montage an einem Niedriglohnstandort wie der Ukraine könnte das Konzept bei entsprechender Nachfrage bereits im nächsten Jahr umgesetzt werden.
Um die Fixkosten zu senken, will Skoda die Auslastung seiner Komponentenwerke erhöhen. So werden die Tschechen den Basismotor für den VW Fox liefern.