Mlada Boleslav. Die tschechische VW-Marke Skoda wird einen Minivan in der Art der IAA-Studie "Roomster" auf den Markt bringen und damit ihr Modellangebot ausweiten. "Wir haben uns entschieden, einen Wagen mit diesem Charakter zu produzieren", so Skoda-Chef Detlef Wittig gegenüber Automobilwoche. Mit einer Markteinführung sei aber nicht vor 2006 zu rechnen. Gebaut wird das Auto nach Informationen aus Zuliefererkreisen im Werk Kvasiny, wo derzeit eine Stufenheckausführung des Fabia und der Superb montiert werden. Wittig trat Spekulationen entgegen, das derzeitige Top-Modell habe keine Zukunft: "Der Superb war und ist wichtig für Skoda. Es wird definitiv einen Nachfolger geben."
Ein Konkurrenzmodell zum Billigauto Dacia Logan, das Renault ab Juni nächsten Jahres für rund 7.500 Euro auch in Westeuropa anbietet, schließt Wittig nicht kategorisch aus: "Wir werden das sehr aufmerksam verfolgen und unsere Antwort darauf geben." Mit dem Fabia sei Skoda schon heute "in der Lage, einen vollwertigen, geräumigen Familienwagen unter 10.000 Euro anzubieten".
Die Rabattschlacht speziell auf dem deutschen Markt will Skoda "mit praktischen und pfiffigen Lösungen für den Kunden" in Grenzen halten. Wittig: "Aus dieser Werteorientierung folgt, dass wir eben nicht im Strom der exzessiven Discounts mitschwimmen müssen."
Der Markenchef will Skoda angesichts stagnierender Märkte in Europa noch stärker in den VW-Konzernverbund integrieren. Die "Reduzierung der Produkt- und Sachgemeinkosten", die im Rahmen des Sparprogramms "ForMotion" realisiert werden, bezifferte Wittig auf "eine Größenordnung um 100 Millionen Euro".
Große Wachstumschancen erhofft sich der Vertriebsstratege vom chinesischen Markt. "Das steigende Interesse an den Skoda-Fahrzeugen schafft Möglichkeiten für eine Montage in China", so Wittig. "Wir treffen hierfür Vorbereitungen, die Verhandlungen laufen."