Im Geschäftsjahr 2000/2001 (endete am 31. Juli; d. Red.) hat die Porsche AG neue Rekordwerte bei wichtigen Geschäftsdaten erreicht. So stieg der Umsatz im Konzern auf 4,44 Milliarden Euro, (1999/2000: 3,65 Milliarden Euro; d. Red.) beim Ergebnis vor Steuern konnte der Stuttgarter Sportwagenproduzent im Vergleich zum Vorjahr um 36,5 Prozent auf nunmehr 592,4 Milliarden Euro zulegen. Auch mit einem Gewinn je Aktie von 17,20 Euro wurde das Geschäftsjahr 1999/2000 (13,70 Euro) übertroffen. Mit einer Umsatzrendite vor Steuern in Höhe von 13,3 Prozent belegt Porsche international den Spitzenwert innerhalb der Automobilindustrie.
Wendelin Wiedeking, der Vorstandsvorsitzende der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, zeigte sich bei der Bilanzpressekonferenz zuversichtlich im Hinblick auf das kommende Jahr: "Wir sind gut gerüstet, um auch außergewöhnliche Herausforderungen zu bestehen".
Insbesondere vom neuen Geländewagen Cayenne, dem zukünftig dritten Modell der Marke Porsche neben den Baureihen 911 und Boxster, erhofft sich Wiedeking "eine weitere Verbesserung bei Umsatz und Ertrag". Wann genau Porsche den Cayenne öffentlich vorstellen wird, wollte Wiedeking nicht sagen; als sicher jedoch gilt, dass im laufenden Geschäftsjahr, das am 31. Juli 2002 enden wird, keine Fahrzeuge der neuen Baureihe in den Handel gelangen werden.
Der möglichen Auflage einer volumenstarken vierten Modellreihe räumt Wiedeking keine Priorität ein: "Wir müssen uns derzeit voll und ganz auf den Anlauf unseres Cayenne konzentrieren", so der Vorstandsvorsitzende. Beim Carrera GT hingegen, einem Supersportwagen, der in kleiner Stückzahl zu Preisen von 700.000 bis 800.000 Mark angeboten werden könnte, scheint der Porsche-Vorstand zu einer Ausnahme bereit: "Wir haben Waschkörbe voller Kaufanfragen erhalten", sagte Wiedeking, "kaufmännisch betrachtet hat das Projekt durchaus Chancen". Die endgültige Entscheidung über die Produktion des Porsche Carrera GT erwarten Branchenkenner für Anfang kommenden Jahres.
Befragt zur derzeit eingetrübten Automobilkonjunktur in den USA, Porsches wichtigstem Absatzmarkt, stellte Finanzvorstand Holger Härter klar, dass für sein Unternehmen "Null-Prozent-Finanzierungen nicht in Frage" kommen. Mit der Gewährung zinsloser Darlehen versuchen momentan etliche Hersteller, US-amerikanische Kunden in die Verkaufssalons zu locken. "Wir werden niemals versuchen, uns Märkte auf diese Weise zu kaufen", legte sich Wendelin Wiedeking abschließend fest.