Prag. Die Produktpalette des Automobilherstellers Skoda soll in Zukunft deutlicher profiliert werden. "Die Marke wird künftig noch stärker für Werte stehen wie Preiswürdigkeit, Raumangebot, Zuverlässigkeit und Funktionalität", bestätigte Vertriebs- und Marketingchef Detlef Schmidt im Gespräch mit Automobilwoche.
So beschäftigen sich die Ingenieure des tschechischen Unternehmens derzeit intensiv mit so genannten multivariablen Versionen. Gemeint sind Autokonzepte, etwa auf Basis des Kompaktwagens Fabia, die im Hinblick auf Bestuhlung, Laderaum oder Türsysteme "hohe Variabilität und Flexibilität" (Schmidt) bieten sollen.
Spekulationen um einen verschärften Sparkurs bei Skoda wies Schmidt zurück. Die Frage, wie die Marke bei der jüngsten Planungsrunde des VW-Konzerns abgeschnitten habe, beantwortete er knapp mit "gerecht". Schmidt: "Wenn wir vor dem Hintergrund der rückläufigen Gesamtmärkte im laufenden Jahr 440.000 Einheiten erreichen, ist das eine sehr gute Leistung". 2001 hatte Skoda 460.000 Fahrzeuge ausgeliefert.
Schlechter als erwartet hat sich der Absatz des neuen Superb entwickelt. In einem auf Englisch verfassten Brief an Freunde des Hauses musste der Skoda-Vorstandsvorsitzende Vratislav Kulhánek jüngst konzedieren, dass im Hinblick auf diese Mittelklasselimousine bei den Verantwortlichen "die Augen größer waren als der Magen". Dennoch hofft Kulhánek, im kommenden Jahr insgesamt "mehr als 30.000 Superbs" verkaufen zu können.
Auf dem deutschen Markt will das Skoda-Management 2003 die Händlerbetreuung intensivieren, "vor allem im Bereich der technischen Schulungen" (Schmidt). Zudem soll das Partnernetz enger geknüpft werden: "Wir können es uns auf Dauer nicht leisten", so Schmidt, "Großstädte wie Hamburg und Düsseldorf zu vernachlässigen."
Signifikantes Zuwachspotenzial sieht Schmidt insbesondere in Asien: "Vom indischen Markt etwa versprechen wir uns viel." Auf dem Subkontinent wird Skoda in diesem Jahr rund 4.500 Autos des Typs Octavia montieren und verkaufen. "Der Ausbau dieses Geschäfts", so Schmidt, "ist hochinteressant." Einen Markteintritt von Skoda in den USA hingegen lehnt der frühere VW-Manager kategorisch ab: "Die Erschließungskosten wären dort so immens, dass man an neue Produkte gar nicht erst zu denken bräuchte."