Duisburg. "Der deutsche Neuwagenmarkt war noch nie so stark im Ausverkauf wie im September 2012", schreibt Ferdinand Dudenhöffer in der neuesten Ausgabe seines monatlichen Rabatt-Index. Mit 124 Punkten hat das Preisnachlass-Barometer im September nicht nur den bisherigen Rekord aus dem Juli um drei Punkte übertroffen sondern ist im Vergleich zum August um deutliche acht Punkte nach oben gesprungen. Nach einer kurzen Verschnaufpause im August geht die Rabattschlacht nun also mit neuer Härte weiter. Man könne die kommende Rezession spüren, sagt der Autoexperte. Die Südländer hätten nun auch den deutschen Markt angesteckt.
Vor allem die Zahl der Sonderaktionen der Autobauer im vergangenen Monat trieb den Index nach oben. Mit 435 lag sie um 72 über dem August und um 38 über dem bisherigen Rekord aus dem November 2011. An der Spitze der von Dudenhöffer beobachteten Sonderaktionen liegt weiterhin Honda mit 30 Prozent auf den Civic. Dahinter folgt Citroën mit 29,7 Prozent auf den Berlingo. Aber auch der BMW Dreier findet sich mit von Dudenhöffer ermittelten 26,3 Prozent in der Spitzengruppe, ebenso die Mercedes S-Klasse mit 25,1 Prozent.Rabattschlacht verschärft sich
Auch bei den Eigenzulassungen ging es wieder kräftig bergauf. Im Schnitt waren es im August 27,8 Prozent aller Neuwagen. 3,3 Prozent mehr als im Vormonat. Besonders aggressiv sei dabei Hyundai vorgegangen, schreibt Dudenhöffer. Binnen drei Monaten habe es bei den Koreanern mehr als 10.850 Eigenzulassungen gegeben. Das entspreche 44 Prozent aller neu zugelassenen Hyundai-Fahrzeuge. "Der Importeur scheint mit aller Macht und unter Einsatz hoher Incentives seine Verkaufsziele in Deutschland erreichen zu wollen", schreibt Dudenhöffer. "Die Händlerhöfe bei Hyundai dürften daher außerordentlich gut mit Tageszulassungen gefüllt sein."
Bei den deutschen Herstellern führte im August Opel die Eigenzulassungen mit 42,4 Prozent an. Die Quote der Rüsselsheimer stieg im Vergleich zum Juli damit um 9,4 Punkte. Dahinter folgte Ford mit 33,9 Prozent (plus sieben Punkte). Audi (23,7), BMW (22,2), Mercedes (22,8) und VW (22,7) lagen dagegen außergewöhnlich nahe beisammen.Die durchschnittlichen Rabatte auf die Top-30 Modelle bei den Internetvermittlern gingen dagegen leicht auf 18,5 Prozent zurück. Dies führt Dudenhöffer allerdings auf den Golf VII zurück. Er sei jetzt bestellbar und werde im Schnitt mit 17,8 Prozent angeboten – deutlich weniger als zuletzt auf den alten Golf VI gegeben worden war. Wegen des hohen Zulassungsanteils des Golf wirke sich dies auch deutlich auf den Durchschnitt aus. Gleichzeitig sieht der Experte es allerdings als beachtlich an, dass das neue Auto bereits mit einem so hohen Rabatt angeboten werde. "Auch dies zeigt, wie schwierig der deutsche Automarkt geworden ist", schreibt er. Rechne man die Auswirkung des neuen Golf heraus, wäre der durchschnittliche Internetrabatt gestiegen. Die höchsten Rabatte ermittelte das CAR beim Ford Fiesta mit 33,6 Prozent, dem Opel Astra mit 32,1 und dem Opel Corsa mit 31,2 Prozent.