Hamburg. Der anhaltende Übernahmepoker zwischen VW und Porsche um den gemeinsamen Aufbau eines "integrierten Automobilkonzerns" hat eine in der schweizerischen Stadt Zürich ansässige "Interessengemeinschaft freier Porsche-Aktionäre" (IG Porsche-Aktionäre) zu einem geharnischten Protestschreiben veranlasst. In der Tageszeitung "Handelsblatt" ließ die IG Porsche-Aktionäre am heutigen Dienstag (23. Juni) einen zweispaltigen "Aufruf an die freien Porsche-Aktionäre" veröffentlichen, in dem mit äußerst scharfen Worten vor der möglichen Eingliederung des schwäbischen Porsche-Konzerns in das niedersächsische Unternehmen VW gewarnt wird (siehe Ausriss).
"Jetzt, nachdem sich das System VW/ Piech hinter dem Porsche-Schutzwall wieder restituieren konnte, will der Gerettete den Retter schlucken", schreibt die nach eigener Auskunft im World Trade Center an der Leutschenbachstraße 95 zu Zürich ansässige Interessengemeinschaft. "Die IG Porsche-Aktionäre wird jeden Versuch, die Porsche AG an VW zu verkaufen, gerichtlich unterbinden". Hingegen begrüße man den "bevorstehenden Einstieg" des Scheichtums Katar bei Porsche. Zur Begründung heißt es in leicht holprigem Deutsch: "Es ist allemal besser, einen reichen Staat zum Aktionär zu haben, statt – wie VW – ein hochverschuldetes Bundesland, das seit Jahrzehnten Hilfe aus Süddeutschland braucht". Die fett gedruckten Schlussfolgerungen der "Interessengemeinschaft freier Porsche-Aktionäre": "Eine Übernahme der Porsche AG durch Volkswagen wird es nicht geben". Und: "Porsche soll VW-Optionen und -Aktien an Hedge- und Staatsfonds verkaufen". Eine Stellungnahme der Verfasser war zunächst nicht zu erhalten.