Weissach. Das Design-Team der Porsche AG zielt bei der Formgebung neuer Sportwagen bewusst auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung etablierter Stilmerkmale. "Wir sehen absolut keine Notwendigkeit, uns durch revolutionäre Schritte von den bewährten Porsche-typischen Formen radikal zu verabschieden", betonte Michael Mauer, der seit August 2004 als Leiter Style Porsche dem Kreativ-Ressort des schwäbischen Herstellers vorsteht, im Gespräch mit Automobilwoche. "Deutsches Design lebt nun einmal von der Evolution", so Mauer weiter. "Und das ist auch Teil unserer Erfolgsstory."
So werden nach Mauers Maxime für die optische Gestaltung der "Porsche-Ikone 911" (Mauer) auch künftig die Proportionen bestimmend sein, die sich aus dem technischen Layout ergeben. "Ich will nicht zu viel verraten", sagt Mauer, "aber die typische Dachlinie, wir nennen sie Fly-Line, wird bei der nächsten Generation sicher wiederzufinden sein." Zudem bestehe für Porsche "immer ein großer Reiz darin, den Bereich, in dem das Herz des Fahrzeugs, der Motor, schlägt, besonders zu betonen".
Entlang dieser Leitlinien sei folglich die endgültige Formgebung jenes viertürigen und -sitzigen Sportcoupés zu erwarten, das Porsche 2009 auf den Markt bringen wird: "Auch bei der vierten Baureihe Panamera werden die Proportionen eine ganz wichtige Rolle spielen", kündigt Mauer an. "Sie werden dramatisch ausfallen – im positiven Sinne". Zur Veranschaulichung vergleicht er die für Porsche ideale Karosserieform gar mit einem "knapp auf den Leib geschnittenen T-Shirt, unter dem sich jeder einzelne Muskel abzeichnet". Mauer: "Die vierte Baureihe wird ebenfalls ein straffer Sportler sein, zugleich aber im Innenraum ausreichend Platz für vier erwachsene Personen und ihr Reisegepäck bieten."
Mit Skepsis betrachtet der frühere Mercedes- und Saab-Manager die Blech-Kreationen vieler Wettbewerber: "Im Automobildesign ist bisweilen ein wildes, konzeptionsloses Um-sich-Schlagen zu erkennen", rügt der 43-Jährige. "An manchen Fahrzeugen findet sich eine so große Zahl von stilistischen Spielereien, dass sie locker für die nächsten drei Fahrzeuggenerationen gereicht hätten."
Für Porsche komme das beliebte Motto "noch eine Sicke hier, noch eine Linie dort" keinesfalls in Betracht. "Ich habe den Eindruck, dass viele Designs – auch im Automobilsektor – heute nur noch das Ziel verfolgen, völlig anders zu sein und zu provozieren", stellt Mauer fest. "Auf Dauer führt Provokation allein aber nicht zum gewünschten Erfolg."