Stuttgart. Der Sportwagenbauer Porsche hat seine Pläne, ein Modell unterhalb des Boxster anzubieten, vorerst auf Eis gelegt. Das berichtet die "Automotive News Europe" unter Berufung auf ein Branchentreffen in Monaco. Demnach habe Vertriebschef Bernhard Maier dieser Idee zumindest vorerst eine klare Absage erteilt: "Die Preissegmente im Bereich unter 30.000 Euro passen nicht zu unserer Marktpositionierung". In diesem Zusammenhang verwies Maier auf den Porsche Boxster, das derzeit günstigste Porsche-Modell. Ab 2013 soll der Porsche Macan der Türöffner für die Porschewelt sein. Laut einem Bericht in der Auto Motor Sport soll er ab 40.000 Euro erhältlich und somit günstiger als der Boxster sein.
Porsche hält trotz der Absatzkrise an seinem Ziel fest, 2018 insgesamt 200.000 Autos im Jahr zu bauen. 2011 wurden bereits 117.000 Modelle verkauft – 18 Prozent mehr als 2010. "Unsere Strategie 2018 hat mit der Definition der Markenstrategie begonnen", erklärt Vertriebschef Maier. "Egal was wir bauen – wir bauen Sportwagen". Jedes Mal, wenn sich das Unternehmen Gedanken über ein neues Modell macht, kommt diese Strategie zum Einsatz – so auch beim Porsche Macan, der im kommenden Jahr auf den Markt kommt. Laut Maier ergänzt das SUV das Portfolio der Zuffenhausener ideal: "Wir bieten immer das sportlichste und exklusivste Modell im Segment an. Die neue Baureihe verbindet alle Sportwagen-Merkmale mit den Vorteilen eines SUV". Wie bereits mehrfach berichtet, kündigte Porsche-Chef Matthias Müller im vergangenen Herbst einen Mini-Flitzer als Einstiegsmodell an, der sich für weniger betuchte Autofahrer als interessant erweisen könnte. In diesem Zusammehang verwies er auf die Tradition des Porsche 924 und 944, auf der man aufbauen könnte. Sein Vorgänger Wiedeking hatte solche Pläne immer rigoros abgelehnt; es würde wirtschaftlich keinen Sinn machen, sich nach unten zu bewegen und dabei weniger Geld zu verdienen, wenn oben noch viel Luft und somit Gewinn vorhanden sei. Seiner Meinung nach müsse Porsche exklusiv bleiben, ein Porsche an jeder Ecke sei für die Marke tödlich. Diese klare Ansage hat sich anscheinend auch Matthias Müller zu Herzen genommen. Noch vor kurzen war zu hören, dass er von seinen im Herbst avisierten Plänen abrücke, um "die Modellpalette und damit das Image der Marke" nicht zu überdehnen. Zuletzt waren aber trotzdem immer wieder mal Gerüchte laut geworden, dass Porsche hausintern weiter an diesen Plänen festhalte. (Foto: Porsche)Porsche: Vorerst kein Einstiegsmodell unterhalb Boxster
In absehbarer Zeit wird es kein Porschemodell unterhalb des Boxster geben – das machte Vertriebschef Bernhard Maier bei einem Branchentreffen in Monaco klar. Die Zuffenhausener wollen ihre Exklusivität behalten – in jeder Hinsicht.
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