Stuttgart. Die auf Eis gelegte Verschmelzung mit VW bringt dem Sportwagenhersteller Porsche auch finanzielle Nachteile. Wie das "Handelsblatt" berichtet, müssen beide Konzerne bei der internen Belieferung wie Konkurrenten agieren. Für Porsche bedeutet das, dass der Konzern VW wie ein drittes, fremdes Unternehmen behandeln muss - und umgekehrt. Noch hat Porsche dabei das Nachsehen: Weil die Stuttgarter von VW Dieselmotoren für die Modelle Cayenne und Panamera sowie Komponenten für den geplanten kompakten Geländewagen Cajun beziehen, entstehen hohe Kosten, die VW Porsche in Rechnung stellen muss.
Das Blatt könnte sich allerdings künftig wenden: Sollte Porsche die geplanten Baukästen für die Sportwagen und Luxuslimousinen des Konzerns noch vor der Integration mit VW fertig entwickelt haben, müsste Volkswagen zahlen. Geplant ist, dass die VW-Konzernmarken Audi, Bentley, Bugatti und Lamborghini dann auf die Plattformen von Porsche zugreifen.Noch lässt sich Porsche-Chef Matthias Müller aber nicht beeinflussen. "In der alltäglichen Arbeit der Porsche AG konzentrieren wir uns voll auf das operative Geschäft und lassen uns durch die Absage der Verschmelzung 2011 nicht ablenken", sagt er. "Unser Ziel lautet aber unverändert, gemeinsam mit VW den integrierten Automobilkonzern zu bilden", so der Porsche-Chef weiter. Welcher Weg dabei eingeschlagen wird, ist noch immer unklar. (Foto: Porsche)