Detroit. Die Porsche AG will spätestens im April dieses Jahres das komplette Geschäftsmodell ihrer für 2009 geplanten Baureihe Panamera beschließen. "Im Hinblick auf die Endmontage des neuen Sportcoupés bietet unser Standort Leipzig sicher hervorragende Möglichkeiten", erklärte Technik-Vorstand Wolfgang Dürheimer im Gespräch mit der Automobilwoche. Sämtliche Motoren des Viersitzers sollen vom Werk Zuffenhausen zugeliefert werden. Dabei wird der Porsche Panamera "von Anfang an konzeptionell auch für einen Hybridantrieb ausgelegt", so Dürheimer, "damit wir alle Absatzmärkte, die eine Kraftstoff sparende Verbindung von Verbrennungs- und Elektroaggregat verlangen, rasch bedienen können".
Um das Gewicht des viertürigen Coupés zu minimieren, strebe Porsche eine Mischbauweise von "hochfesten Stählen in dünnen Wandstärken", Aluminium sowie innovativen Kompositwerkstoffen an. Ein Panamera-Pendant des Wolfsburger VW-Konzerns, an dem Porsche seit kurzem als größter Anteilseigner beteiligt ist, sei "derzeit nicht vorgesehen". Dürheimer: "Wenn doch noch jemand aufspringen will, sollte er sich sputen, da wir die Werkzeuge für die Bodengruppe beizeiten entsprechend auslegen müssen." Den Umfang der Gleichteile, die der Panamera mit anderen Porsche-Modellen besitzen wird, beziffert Dürheimer auf "grob geschätzt 20 Prozent". Hier kämen insbesondere Pedalerie und Instrumentierung sowie "eine Reihe spezieller Aktuatoren und Motorenbauteile" in Betracht.
Spekulationen über die Vorverlegung des Facelifts der SUV-Baureihe Cayenne aufgrund sinkender Verkaufszahlen weist Dürheimer zurück. "Um mehrere Monate könnten wir die Modellpflege schon deshalb nicht vorziehen, weil wir noch gar nicht mit allen dafür erforderlichen Maßnahmen fertig sind." Die Markteinführung des überarbeiteten Geländewagens ist nach Automobilwoche-Informationen für Mitte März 2007 vorgesehen.
Bei der "Hybridisierung der Cayenne-Plattform" (Dürheimer) erwartet Porsche "hohe Synergiepotenziale" aufgrund der engen Zusammenarbeit mit Audi und VW. Dürheimer: "Für unsere Kunden stellt die endgültige Ausführung eines Hybridantriebs keinen differenzierungsrelevanten Umfang dar." Im Hybrid-Cayenne will Porsche zunächst den von VW zugekauften Sechszylinder mit derzeit 250 PS einsetzen.
Noch in der ersten Hälfte dieses Jahres wird Porsche die Turbo-Version des Modells 911 Carrera (Typ 997) mit 480 PS ausliefern. "Mit dem neuen Turbo sind wir auf der Zielgeraden", sagt Dürheimer, "derzeit laufen die letzten Testfahrten." Für besonders sportive Turbo-Interessenten plant Porsche optional eine so genannte Werks-Leistungssteigerung, die jedoch nicht nachrüstbar sein wird. Auf Wunsch, so Dürheimer, wird für den Turbo überdies eine Sport-Abgasanlage mit "hoch emotionalem Klangbild" zu haben sein. Auch GT 3- und Targa-Ausführungen des Carrera sind in Vorbereitung.
Automobilwoche-Informationen, wonach Porsche für künftige Motorgenerationen intensiv am Prinzip der Benzindirekteinspritzung arbeitet, bestätigte das für Forschung und Entwicklung verantwortliche Vorstandsmitglied. "Wir beschäftigen uns in erheblichem Umfang damit", so Dürheimer, "es laufen viele Motoren in allen Größen auf etlichen Prüfständen." Von innovativen Einspritzanlagen erhofft sich Porsche vor allem eine Senkung des Spritverbrauchs.