Stuttgart/London. Der Einstieg des Golfstaats Katar beim hoch verschuldeten Sportwagenbauer Porsche rückt näher. "Es gibt konkrete Verhandlungen mit Katar", sagte ein Porsche-Sprecher am Dienstag in Stuttgart. "Und wir sprechen nur mit Katar." Die Verhandlungen liefen in guter Atmosphäre, es gebe aber noch keine Zusage. Nach dpa-Informationen könnte die grundsätzliche Einigung mit dem Emirat jedoch bereits im Juni unter Dach und Fach sein.
In welcher Form sich der potenzielle Investor an Porsche beteiligen werde, sei noch nicht geklärt, erklärte der Sprecher. Spekuliert wird jedoch, dass sich der staatliche Fonds Qatar Investment Authority (QIA) rund ein Viertel der Anteile sichert. Der Sportwagenbauer hat sich bei der geplanten VW-Übernahme verhoben und kämpft nun mit einem Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro. Für Porsche wäre der Einstieg Katars nicht nur durch den Schuldenabbau attraktiv. Auch würde die Position im Machtkampf mit Volkswagen gestärkt.
Porsche besitzt knapp 51 Prozent der Anteile an Europas größtem Autobauer und hält mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass Katar diese Mitte Juni auslaufenden Optionen erwerben und damit neben dem Land Niedersachsen, das gut 20 Prozent an VW hält, ein weiterer Anteilseigner bei Europas größtem Autobauer werden könnte.