Hamburg. Einen Prototypen des so genannten Ein-Liter-Autos haben der scheidende Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piech, und sein designierter Nachfolger Bernd Pischetsrieder heute in Hamburg präsentiert. Im Vorfeld der 42. Hauptversammlung des VW-Konzerns, die morgen um 10.00 Uhr im Congress Centrum beginnen wird, fuhren die beiden Topmanager in einem – aus Gewichtsgründen – unlackierten Konzeptfahrzeug vor, das leer nur 290 Kilogramm auf die Waage bringen soll.
Der zweisitzige und stromlinienförmige VW, dessen Durchschnittsverbrauch der Hersteller mit 0,89 Liter pro hundert Kilometer Fahrstrecke beziffert, verfügt über einen einzylindrigen Dieselmotor mit 299 Kubikzentimetern Hubraum und 6,3 kW (8,5 PS). Die Karosserie besteht komplett aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff und spannt sich über einen Rahmen aus Magnesium.
Da die Veranstaltung vor rund 100 Medienvertretern erst mit einstündiger Verzögerung begonnen hatte, machten bei Nieselregen alsbald Spekulationen über technische Probleme mit dem 3,65 Meter langen, 1,25 Meter breiten und nur gut einem Meter hohen Forschungsfahrzeug die Runde. Nachdem sie sich mit einigen Schwierigkeiten durch die nach oben öffnende, kuppelförmige Flügeltür aus ihrem engen und karg eingerichteten Ein-Liter-Auto befreit hatten, entschuldigten Piech und Pischetsrieder ihre verspätete Ankunft augenzwinkernd mit "Staus auf den Hamburger Straßen".
Die Frage nach einer möglichen Serienfertigung des Tandem-Sitzers beantwortete Beifahrer Bernd Pischetsrieder (54) mit den Worten "frühestens in sieben oder acht Jahren – und dann mit mehr Leistung, damit so ein Auto schneller fahren kann" (derzeitige Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h; d. Red.). Ferdinand Piech, der am Mittwoch seinen 65. Geburtstag feiern wird, konterte Pischetsrieder Einlassung umgehend: "Für mein Alter reicht das Tempo völlig aus".